Windelfrei – alles nur Betrug?

Nach dem letzten Windelfrei-Treffen erreicht mich eine E-Mail:

„Psst, weißt Du was ich herausgefunden habe? Die Windelfrei-Mütter haben alle gefaked. Es gab nur wirklich ein Kind, dass Windelfrei war, das hatte eine Hose an. Alle anderen hatten die verschiedensten Windelapplikationen um.“

Windelfrei-Kinder alle doch mit Windeln? Alles nur Betrug?

Da musste ich nachdenken. Stimmt, Equipment war ein großes Thema: Stoffwindeln, Splitpants, Mokomidis. Und ja: Fast alle Kinder hatten irgendetwas an, manche Windeln, manche Stoffwindeln, viele Mokomidis.

Ich musste also mal wieder nachdenken. Und kam zu dem Schluss: Ja, unsere Kinder tragen Windeln. Bei meinem Kind ist das ja kein Geheimnis, wir sind längst als Gelegenheitswindler und Teilzeit-Windelfreie bekannt. Aber auch die Frauen, die strikt Pampers ablehnen und sogar Stoffwindeln links liegen lassen, greifen auf Back-Ups zurück.

So heißt das hier: Back-Up.

Mokomidi oder Mokomini sind solche Back-Ups. Sie halten das Kind trocken, auch wenn es mal nicht signalisiert oder die Mutter es nicht rechtzeitig abhält. Also eigentlich doch eine Windel? Nicht ganz. 1. wird das Kind wie in der Stoffwindel nass, es merkt also, dass da was passiert ist und 2. lässt sich das Kind leichter abhalten als mit einer Windel oder gar Stoffwindel, weil man die Mokos nur zur Seite schieben muss.

Und wenn man kein Back-Up will (oder braucht, wie wir zu dem Zeitpunkt), kann man das Kind komplett ohne lassen.

Denn das ist – für mich – das Ziel von windelfrei: Dass das Kind sich abhalten lässt, dass es merkt, was das passiert, dass es weiß, dass es da loslassen kann. Denn Windelfrei-Kinder haben das Körpergefühl nicht verlernt wie die Windelkinder. Windelfrei-Kinder warten, bis man sie auszieht oder aus dem Tuch holt. Sie spüren ihren Harndrang, sagen ihn an, können loslassen, wenn sie in der vertrauten Haltung gehalten werden oder das Pssss hören. Sie lernen nicht, ihren Harndrang zu ignorieren und in die Windel laufen zu lassen und müssen dann erst wieder lernen ihn zu steuern. Sie steuern ihn von Anfang an und dürfen das weiterhin tun. Wir unterstützen sie dabei. Aber Kinder sind keine Maschinen und wir machen auch keine aus ihnen. Es geht immer mal was daneben. Beim Laufenlernen fallen sie ja auch immer wieder hin!

Ich möchte ebensowenig wie andere Mütter, dass meine Kleidung, der Teppich meiner Freundin oder ich dabei nass werde, daher trägt er manchmal eben Back-Ups. Abhaltefreundliche Backups oder – bei uns – schlicht Windeln. Und wann immer es einfach wurscht wäre, trägt er eine Hose und sonst nix. Das Schöne ist ja: Ich hab die Wahl.

Und so hatten auf dem Windelfrei-Treffen lauter Kinder mit Müttern, die die Wahl haben, Spass bei Reiswaffeln, Obst und Mokomidi-Tausch. Die vollkommen betrugsfreie Equipment-Galerie ist hier.

2 Gedanken zu „Windelfrei – alles nur Betrug?

  1. Nach 2 Monaten Abhalte-Streik und seit einigen Tagen wieder eintrudelnden Erfolgen – aufgrund veränderter Abhalte-Technik (siehe „Heureka“-Kommentar) – haben wir heute den ersten Tag wieder ohne Windeln, und ohne….tatatataaaaa…backups. Ich will’s einfach mal wissen. Uns so hat sie heute nur eine Splitpants an. Mal schauen, der Tag ist noch jung, aber ich werde berichten.

    Claudia

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