Windel-Selbstversuch

So, nun haben wirs endlich mal gewagt! Was denn? Unseren Windel-Selbstversuch! Sagt doch schon alles, oder? Und so fühlte sich das an:

Seit einer Weile lagen sie da schon herum, die Attends Erwachsenenwindeln. Ein Fehlkauf des Papas, der glaubte, ich bräuchte nach der Geburt sowas (statt der üblichen Wochenflussbinden). Nun gut, aber vielleicht liessen sich die Dinger ja doch noch zu etwas gebrauchen, besonders jetzt, wo das Windelthema durch Windelfrei plötzlich so wichtig wurde. Lag es da nicht nahe, einfach mal auszuprobieren, wie sich ein Baby so fühlt?

Tolle Idee, allerdings waren wir zunächst doch etwas zögerlich in der Umsetzung. Endlich zogen wir die Windeln einfach mal an:

Erste Beobachtung: Ein Schwitzpopo stellte sich nur bei 50% der Probanden ein. Es ist also nicht automatisch so, dass ein Baby sich mit der Windel unwohl fühlt. Gehört das Baby jedoch zu der schwitzenden Fraktion, so ist dies zwar durchaus ein lästiges Gefühl, doch man gewöhnt sich dran.

Dann kam die erste wirklich spannende Aktion: Sich bewusst in die Hose erleichtern. Das ist ein ganz komisches Gefühl! Wir sind so gewöhnt daran, Luft am Po haben wenn wir Wasser lassen, dass sich das In-die-Windel-machen ganz falsch anfühlt.

Anderseits: Praktisch ist es schon! Ich habe in der Zeit einen prima Kuchen gebacken und musste die Backerei nicht unterbrechen, um schon wieder aufs Klo zu gehen. Jedesmal wenn ich den Drang verspürte, musste ich mich einfach ein wenig überwinden und ganz bewusst loslassen. Dann wurde es plötzlich warm und feucht bis auch dieses Gefühl wieder verschwand und sich die Windel schwerer anfühlte.

Wir tranken eine Menge (alkoholfreies) Bier und liessen es laufen ohne Ende. Es war nicht zu fassen, wieviel die Windel aufnehmen konnte! Meine bessere Hälfte stellte sich nach einiger Zeit immer in die Dusche, wenn es wieder soweit war. Er hatte das Vertrauen in die Windel verloren. Zu Unrecht! Die Windel hielt und hielt und wurde schwerer und schwerer.

Eigentlich wollte ich es bis zum Überlauf aushalten, aber nach 3 Stunden mussten wir das Experiment abbrechen. Eine riesige schwabbelige Plastikwurst hing zwischen unseren Beinen! Es war einfach zu unangenehm zum Laufen, es störte zu sehr!

Denkt Ihr, wir sind pervers? Dabei üben wir uns nur in Empathie! Und hier unser Fazit: Windeln sind an sich ganz ok, nur zu voll sollten sie nicht werden!

8 Gedanken zu „Windel-Selbstversuch

  1. Iiiiiiiiieh!!! Was für ein Experiment! *lach*
    Mannomann, auf was für Ideen Ihr doch kommt!

    Kleine Frage, da Ihr jetzt nun ein paar Windelerfahrungen habt…

    Würdet Ihr im hohen Alter gerne wieder Windeln tragen? Wie ist Eure Meinung zu windeltragenden Menschen in Pflege- und Altersheimen? Findet Ihr das okay, wenn sie mit voller Windel länger rumliegen oder sitzen?

  2. Danke für Eure netten Kommentare!
    Christina – Deine Frage, wie es eigentlich den alten Menschen mit Windeltragen geht, ist sehr berechtigt. Leider kenne ich mich mit dem Thema zu wenig aus. Ich befürchte aber, dass es einen Grund hat, dass die Windel so supersaugfähig war – nämlich der, dass es zu wenig Pflegepersonal gibt, um den Leuten ein würdevolles Dasein zu ermöglichen. Prinzipiell könnte man sicher auch alte Menschen „abhalten“ (braucht man halt kräftige Pflegepersonen, spezielle Stühle etc.), vielleicht gibts ja sogar Altersheime, die das machen?

    1. Liebe Bettina,
      Ich weiß Dein Kommentar ist schon etwas her und ich weiß nicht, ob es duch interessiert,
      Aber es gibt tatsächlich „Klo“Stühle. Meine Oma hat einen. Der hat ein Loch in der sitzfläche und einen eimer, den man dann auskippen kann.
      Wenn man ihn nicht als klo braucht gibts ein gepolstertes Sitzbrett drauf. Zum besseren Handling hat er Rollen unter den Beinen.

      Gratulation zu Eurem Experiment! Ich finde das sehr toll und wünschte mehr Menschen würden sich solche Gedanken machen.

      Nicht nur bei Babys sondern auch bei Senioren sehe ich das sehr problematisch (meine Oma und meine Uroma sind mittlerweile betroffen)
      Das Pflegepersonal (als Oma mal im Krankenhaus/Heim war) war oftmals sehr gefordert (schlechter Betreuungsschlüssel) und da lagen beide gern mal länger in ihren Ausscheidungen. Meine Uroma wird zu Hause von meiner einen Oma gepflegt da ist das alles immer nur mal kurz, meine andere Oma hat einen pflegedienst und ist konsequent wund und teilweise sogar offen, weil sie ihre Windel nur 3mal täglich gewechselt bekam und dann teilweise nicht richtig gewaschen wurde.
      Ganz schlimm sowas! Seitdem sie selbst auf ihrem klostuhl klettern kann (sie konnte nach einem unfall 2 jahre nicht laufen) wurde es erst besser mit dem wund-sein.

      Egal wie alt der Mensch ist, denke ich dass es fahrlässig ist diesen über längere Zeit in seinen Ausscheidungen liegen zu lassen (wobei ich Kot deutlich schlimmer finde als Urin).
      Allein schon wegen der Hautgesundheit, jedoch auch wegen der Würde.
      Die Menschen gewöhnen sich daran (auch dass sie stinken) und dass dann wieder „raus“ zu bekommen ist wahnsinnig schwer. Das kann man bei Kindern an den Töpfchen-Kampf sehen den viele Eltern haben und an den vielen (teilweise leider inkontinenten) riechenden senioren.

  3. Herrrrrrrlich!!!! Ich lach mich schlapp.:-)

    Dass wir da nicht schon eher drauf gekommen sind…

    Eigentlich müsste man Windel-Eltern diesen Selbstversuch unbedingt verschreiben. Auf jeden Fall werde ich das in Zukunft Eltern empfehlen. Vielleicht besinnt sich dann doch noch der ein oder andere…

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