OT: Therapeutische Pancakes

Es gibt Tage, da geht gar nix. Es gibt Tage, da hat das Kind schon vor dem Aufstehen schlechte Laune und bei oder nach dem Abhalten erst recht. Meistens kommt dann auch nichts. Er lässt nicht los, er ist genervt. An solchen Tagen backen wir „therapeutische Pancakes“.

Pancakes

Hier ist das Rezept – für köstliche Pancakes (und in unserem Fall ein entspanntes Kleinkind):

Die Zutaten: Ein schlecht gelauntes, unabgehaltenes Kleinkind, ein Sling, 3 Eier, Milch, Mehl, Butter, Backpulver, Salz, Agavensirup.

1. Setzen Sie sich das schlecht gelaunte Kind in den Sling auf die Hüfte. Es sollte auf der Seite sitzen, mit der Sie am meisten arbeiten, damit es auf jeden Fall überhall mithelfen kann.

2. Geben Sie ihrem Kind ein Ei in die Hand, mit dem schmalen Ende nach unten. Lassen Sie das Kind das Ei auf eine harte Unterlagen klopfen oder schlagen. Das Ei sollte nicht kaputt gehen, aber eine schöne Delle bekommen, ohne dass die Eihaut reisst.

3. Überzeugen Sie ihr Kind, ihnen das Ei zu geben bevor es komplett kaputt ist. Pellen Sie ein Loch in das Ei, das so eng ist, dass das Eiweiß hinauslaufen kann, das Eigelb aber drin bleiben wird. Geben Sie ihrem Kind das Ei zurück und bitten Sie es, das Eiweiß in eine Schüssel zu kippen. Ist das geschafft, vergrößern Sie das Loch im Ei und geben sie selbst das Eigelb in eine zweite Schüssel. Nehmen Sie große Schüsseln – je jünger das Kind, desto größer – das erhöht die Trefferquote. Fahren Sie mit Schritt 2 und 3 fort bis drei Eier getrennt und in den Schüsseln sind.

4. Halten Sie das Rührgerät in das Eiweiß, stellen Sie auf höchste Stufe und lassen Sie ihr Kind das Rührgerät führen. Sie halten nur leicht – lassen Sie sich positiv überraschen, wie schnell das Eiweiß fest wird, wenn ein schlecht gelauntes Kleinkind am Rührer reißt.

5. Füllen Sie eine Tasse mit (Soja-)Milch (NICHT ihre Lieblingstasse) und lassen Sie das Kind die Milch in die Schüssel mit dem Eigelb kippen. Wiederholen Sie den Vorgang, bis wirklich Milch in der Schüssel ist, wischen Sie lächelnd den Rest von Arbeitsplatte und Boden.

6. Geben Sie ihrem Kind einen Teelöffel zu 1/4 bedeckt mit Salz und sorgen Sie dafür, dass es nicht im Kindermund, sondern in der Schüssel landet. Das Gleiche versuchen Sie mit 1/2 TL Backpulver und 1 TL Rohrzucker oder 1 EL Agavensirup.

7. Falls sie immer noch ihre gute Hose tragen, ziehen Sie sie jetzt aus. Stellen Sie ihrem Kind das Mehl hin und geben Sie ihm einen Esslöffel in die Hand. Ziel: Ausreichend Mehl in die Schüssel löffeln bis der Teig dickflüssig wird. Legen Sie ein sauberes Baumwolltuch auf den Boden, dann können Sie das Mehl von dort morgen nochmal verwenden.

8. Schieben Sie ihr Kind vom Seitsitz auf ihren Rücken. Schmelzen Sie ca. 100gr. Butter und geben Sie sie in den Teig.

9. Wiederholen Sie Schritt 4. (der Spass mit dem Rührgerät) bis der Teig dickflüssig wird.

10. Heben Sie gemeinsam mit ihrem Kind das Eiweiß unter. Was nach dieser Aktion noch in der Rührschüssel ist, wird jetzt in kleinen Klecksen (von Ihnen, Kind im Sling auf den Rücken geschoben) in eine Pfanne gekleckst. Wenden Sie die Pancakes nur ein Mal und zwar wenn die Unterseite goldbraun ist.

(Tipp: Die Pfanne muss erst mit Öl oder Butter sehr heiß werden und dann auf kleine Stufe zurückgeschaltet sein. So backen die Pancakes gemächlich, bei zuviel Hitze sind sie außen schwarz und innen roh. Wer es richtig kräftig mag, gibt soviel Öl in die Pfanne, dass die Pancakes fast schwimmen, das gibt leckere Ränder. Wer es gesünder mag, nimmt weniger oder je nach Pfanne gar kein Fett).

Hat ihr Kind jetzt Appetit, bekommt es gleich den ersten Pancake auf die Hand, nach ausgiebigem Kaltpusten, wer sich traut mit etwas Banane oder Sahne dazu.

Bon Appetit!

Nach soviel verantwortungsvoller Arbeit und Essen muss sich mein Kind dann meistens erstmal erholen. Er hängt im Sling und schaut mir vom meinem Rücken aus einfach zu bis ich den ganzen Teig verbacken habe und entweder schläft er dabei noch einmal ein oder er ist am Ende so eingesaut und selig, dass wir den Tag noch einmal „neustarten“ und von vorne beginnen: mit einem entspannten Abhalten (und ggf. umziehen und duschen).

3 Gedanken zu „OT: Therapeutische Pancakes

  1. Nee, iss das goldig!
    Hab’s erst jetzt gelesen, und werde es mir ausdrucken und in die Küche hängen – wenn ich mich selbst mal wieder nicht leiden kann, weil wieder mal die Kinder an allem Schuld sein sollen….

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