Motivationsschub

Vor ein paar Tagen telefonierte ich mit Bettina über die praktischen Fragen von TopfFit – wo, was, wie, was macht man im Auto, wo „traut“ man sich und wo nicht. Gleich zwei Tage später schickte sie mir diese E-Mail:

Ich hab mich gestern übrigens getraut! Ich hab mich getraut, ihn aus dem Auto abzuhalten! Ein nackter Babypopo, der sich den Passanten entgegenstreckte! Ok, es waren keine da, aber es hätten welche kommen können. Und heute bei meinem ersten (und vermutlich letzten) Besuch einer Pseudo-Piklergruppe in einem anthroposophischen Ökoprojekt hab ich den Tipp mit dem Behindertenklo beherzigt und bin tatsächlich mehrmals aufgestanden, um ihn dort abzuhalten, mit Erfolg.

Später sass ich dann beim Essen in der Kantine des Ökoprojekts, hatte ihn quer auf den Beinen, als er plötzlich unruhig wurde. Ich dachte: „Oh, nein“, das geht doch jetzt nicht! Hier sieht man doch gar kein Klo und was sollen die Leute denken, wenn ich ihn jetzt abhalte! Dann dachte aber ein anderer Teil von mir: „Warum eigentlich nicht? Frag doch, wo das Klo ist. Sag, das Du wieder kommst, damit sie das Essen nicht abräumen. Du hast doch jetzt von Nicola gelernt, wie man die Windel ohne Hinlegen anzieht (es klappt übrigens echt gut, ich übe fleissig)“

Der Tipp geht so: Entweder setzt man sich mit dem Baby hin und setzt es auf die Windel auf den eigenen Schoß, dann kann man die Windel problemlos schließen. Oder man hält das Baby Bauch an Bauch, macht die Windel von hinten um (und klebt sie ggf. am Body fest), schiebt sie unters Kind nach vorne, dreht dann das Baby, so dass es fast in Stillhaltung in einem Arm liegt und schließt dann.

Bettina schreibt weiter:

Und schwupps: Faulheit, Unkreativität und mangelndes Selbstbewusstsein überwunden, Kind abgehalten, Kind dann in den Schlaf gestillt und voller Zufriedenheit weitergegessen…
Das war echt befriedigend! Hab seine Bedürfnisse wirklich verstanden, wow! Und alles nur weil ich mich getraut habe und nicht mit einem nörgelnden Kind herumsass und unter Stress mein Essen runtergeschlungen hab.

Ich hab mich so über ihre Mail gefreut, das war ein richtiger Motivationsschub.

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