Topffit-Stunde

Boucke schreibt in Topffit vieles, das mir in unserer neuerlichen Topffit-Pause sehr hilft. Sie schreibt über die Magie des Teamwork, über den Trick, wie man entspannt an die Sache herangeht und hat ein Herz für entspanntes Teilzeit-Windelfrei statt gestressten Vollzeit-Abhaltefundamentalismus.

1. „Topffit ist Teamwork – etwas, das ihr gemeinsam tut. Es ist nichts, was Du an deinem Baby tust und nichts, was dein Baby ohne dich tun kann“ (S. 30).

Genau dieses Teamwork ist das Besondere daran. Und es ist genau das, was man niemandem erklären kann, der fragt, warum man eigentlich „diese Windelfrei-Sache“ macht.

Es fühlt sich einfach wundervoll an, schon bei einem ganz kleinen Säugling ein Gefühl von Teamwork zu haben. Ich tue etwas und das Kind macht mit – das ist einfach großartig. Wir sind ein Team, wir arbeiten zusammen, wir helfen uns gegenseitig. Und das bei Kindern, die weder Krabbeln noch Laufen noch Brabbeln können. Einfach unfaßbar und toll. Das Gefühl, gemeinsam mit dem Baby etwas zu lernen, ist vielleicht vergleichbar damit, mit einem anderen Menschen etwas zu bauen oder zu vollenden oder einen schönen Walzer zu tanzen. Wenn alles stimmt, die Musik, die Spannung, die Schritte, dann ist das pure Harmonie. So komisch das klingen mag – beim Topffit fühlt sich das ähnlich an.

2. „Wenn es (das Kind) beim Laufenlernen strauchelt, stolpert oder hinfällt, bist du nicht ärgerlich oder frustriert, sondern wirst seine Versuche ermutigen. Dieselbe Einstellung gehört zum Topffit – es ist normal, über Monate viele nassen Flecken zu erleben, ebenso wie das Baby viele Male hinfällt, während es laufen lernt.“ (S. 31)

Vielleicht sind wir Mütter manchmal zu perfektionistisch, was die Sache angeht. Es gehört einfach dazu, dass es mal besser, mal schlechter klappt, sich verändert, aufhört, neu anfängt. Und letztlich geht es nicht um eine „trockenes“ oder „sauberes“, manchmal sage ich aus Scherz „stubenreines“ 😉 Baby, sondern darum, eine Botschaft zu senden, die da lautet: Ich sehe deine Signale, ich reagiere darauf so gut ich kann, bleibe dir deiner Körpervorgänge bewusst. Und damit erspare ich uns das Neu-Lernen dieser Bewusstheit. Wenn er noch 100 Mal auf den Boden macht – egal. Das Ziel haben wir jetzt schon erreicht, denn er kann bereits loslassen und kennt das Ritual.

3. „Es ist besser, ab und zu auf Windeln zurückzugreifen (und es ist kein Versagen deinerseits, wenn Du das tust), als dich aufzureiben oder Zorn oder Frustrationen gegen dein Kind zu richten“ (S. 34).

Hier lese ich ein Plädoyer für Teilzeit-Windelfrei. Windeln als Option, als Möglichkeit und als Entspannungsfaktor, wenn es anders gerade nicht entspannt geht. Windeln sind weder giftig noch furchtbar, sie sind vielleicht sogar die bessere Option, wenn eine frustrierte, gestresste Mutter die Alternative ist. Und wie ich von uns berichten kann, ergeben sich ausgedehnte Windelfrei-Zeiten quasi von selbst, wenn man einmal damit angefangen hat (bei uns heute z.B. im Tragetuch, den ganzen Vormittag, nichts davon war geplant, ich war einfach zu faul zum Wickeln ;))

Ein Gedanke zu „Topffit-Stunde

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