Das erste Mal…

12.07.2008

Windelfreie Nächte – das war ja bisher ein Thema, an das Kati sich nicht so recht rantraute. Zweimal hatte sie schon einen Versuch gestartet; beide Male endete es mit einem vollkommen wachen Kind, und das mitten in der Nacht. Wer selbst kleine Kinder hat, weiß, dass das so ziemlich das grausamste ist, was einem in Zeiten notorischer Müdigkeit passieren kann.
Letzte Nacht sollte es dann aber doch anders kommen. Um 19.50 Uhr schlief mein Kind nach Kuscheln und Stillen selig in unserem Familienbett, und ich ging mit den Worten „Wenn die Windel beim nächsten Aufwachen noch trocken sein sollte, versuche ich es heute wieder!“ zum Papa in die Küche. Normalerweise schläft meine Tochter sehr unruhig und wird häufig wach, aber gestern Abend war sie tief und fest in ihren Träumen. Später lag ich schon neben ihr im Bett, als ich sie um 22.40 Uhr zaghaft hörte. Mit leiser Stimme sprach ich mit meiner Kleinen und bot ihr die Brust an. Während sie genüsslich trank, wurschtelte sich meine Hand durch den Schlafsack und die Schlafanzughose hin zur Windel. Sie knisterte! Also konnte das Unternehmen „Wie kann ich mein Kind davor bewahren, nachts mit Pipi am Po schlafen zu müssen?“ beginnen. Ich ließ mein Kind in Ruhe an der einen Seite zu Ende trinken, und während ich ihr anschließend erklärte, was mein Anliegen sei, pellte ich sie aus dem Schlafsack, der Schlafanzughose und der Windel. Mein Mann, den ich zuvor schon zur Schüsselbereitschaft eingeteilt hatte, brachte uns diese, und ich hielt meine Tochter über dieser ab. Das gefiel ihr aber gar nicht, und sie meckerte los. Mein Mann sagte schon: „Komm, dann lass es, und lass sie in Ruhe weiter schlafen.“, aber ich versuchte es in aller Ruhe noch mit einer anderen Technik. Ich bot meinem Kind die andere Brustseite zum Trinken an, während ich ihre Beine angehockt hielt, so dass ihr Po über der Schüssel hing. Stille, ganz leise ein paar Schluckgeräusche, erwartungsvolles Lauschen… Es tröpfelte in die Schüssel! In mir machte sich ein rundum wohliges Gefühl breit, und ich musste mich zusammenreißen, um nicht laut los zu jubeln. Wunderbar. Schnell war das Equipment wieder beiseite geräumt, meine Tochter wieder in ihre Sachen gepackt, und schon lagen wir wieder nebeneinander. Die Kleine trank noch die Seite leer und schlief entspannt weiter. Toll, die erste Hürde war geschafft!
01.40 Uhr. Meine Tochter war erneut wach. Gleiches Prozedere wie beim ersten Mal, gleiches Zwischenresultat: eine noch immer trockene Windel! Also weckte ich meinen Mann, der die (wieder saubere) Schüssel unter dem Bett hervorzog. Erneut klappte bis zur entspannten Still-Hock-Schüssel-Position alles, und dann wieder diese aufregenden Sekunden… Würde es noch einmal funktionieren? Würde sie überhaupt Pipi machen müssen? – Die Kleine piescherte in die Schüssel! Wunderbar. Die Nacht hätte nicht besser laufen können.
Ich war richtig aufgeregt und konnte nur schwer wieder einschlafen. Würde das Ganze auch ein weiteres Mal klappen? Während ich darüber nachsann, wanderten meine Gedanken ins Traumland… Es war auch danach eine ruhige und für alle drei entspannte Nacht. Aus dem Flur drang schon ein wenig Licht des Morgengrauens herein, als mein Kind ziemlich wach neben mir lag und vor sich hin schnatterte. War es schon Zeit zum Aufstehen? Das war doch nicht möglich. Ich linste zum Wecker: 05.40 Uhr, eine ziemlich gruselige Zeit für müde Eltern mit einem munteren Kind. Na gut, ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen, mein Kind dockte voller Freude an, und meine Hand bahnte sich erneut den Weg Richtung Windel. Und wirklich, das Teil war noch immer trocken! Also erneut die gewohnte Reihenfolge: trinken lassen, Kind ausziehen, Mann aus dem Tiefschlaf reißen und nach der Schüssel verlangen, Kind über der Schüssel abhalten, Kind anlegen, Schüssel unter den Po schieben, warten… Meine Tochter pullerte erneut! Was sollte ich dazu noch sagen? Einfach wunderbar.
Die Kleine war, wie gesagt, schon ziemlich munter, aber fest an mich gekuschelt, schlief sie gegen 06.40 Uhr noch einmal ein. 08.15 Uhr zeigte der Wecker das nächste Mal an, unsere übliche Aufstehzeit. Wir gönnten uns ein paar entspannte Minuten zu dritt, und dann war es an der Zeit, in der ich normalerweise mit Töchterchen im Schlepptau zum morgendlichen Abhalten ins Bad wackelte. Aber irgendwie war mir heute früh gar nicht nach Aufstehen, so sehr fühlte ich mich inmitten meiner beiden Lieben wohl. Dieser Augenblick hätte ewig anhalten können! Also beschloss ich, die nächtliche Technik noch ein weiteres Mal auszuprobieren, damit wir noch länger zusammen im Bett bleiben konnten. Schon beim Abhalten über der Schüssel zeigte meine Tochter in diese hinein und piescherte dann los. Danach blieben wir noch einige Zeit gemeinsam im Bett, jagten uns gegenseitig durch die Kissen, kuschelten ein bisschen, genossen unser fröhliches Gefühl am Morgen. Wir hatten alle gut geschlafen, meine Tochter hatte sogar eine 4-Stunden-Etappe hingelegt, die sonst mehr als selten ist, es war kein einziges Pipi am Po meiner Kleinen geblieben, und ich? Ich war sooo überglücklich, eben wie Echt schon vor einigen Jahren trällerten: „Wir haben’s getan zum allerersten Mal!“

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