Jedes Kind hat seinen eigenen Kopf.

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…

Susanne erzählt uns ihre Windelfrei-Erfahrung:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?

Ich hatte davon vor der Geburt unserer Tochter gehört (wo weiß ich nicht mehr) und fand es interessant. Ich habe mich aber nicht weiter damit beschäftigt. Kurz nach der Geburt fragte ich meine Hebamme. Diese sagte, dass es funktioniert und dass sie Leute kennt, die Windelfrei mit ihren Kindern gemacht haben. Aber meistens nicht noch einmal (egal ob beim 1., 3. oder 5. Kind).
Als unsere Tochter 4,5 Monate alt war, habe ich dann das Buch „TopfFit“ gefunden (bei uns werden nicht gebrauchte Sachen vor die Haustür gelegt und wer will nimmt die sich mit). Das las ich begeistert und probierte es gleich aus. Seitdem lese ich auch regelmäßig den Windelfrei-Blog, der mich meistens sehr motiviert. Danke. 🙂

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
4,5 Monate. Allerdings war es schwierig die richtige Position zu finden. Toilette und Waschbecken haben nicht funktioniert. Da wir auf dem Boden wickelten, kamen wir am Ende zu folgender Position: Wir sitzen auf dem Boden mit angewinkelten Knien, das Baby in unserem Schoß und machen die Beine bisschen breit. Dann untendrunter eine längliche Plastik-Eis-Schachtel. Das hat ganz gut geklappt. Seit dem 8. Monat klappt es auch über der Toilette, wir breitbeinig und sie davor. Topf findet sie blöd und steht gleich wieder auf.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?

Wir wickeln mit Stoffwindeln. So ungefähr 8.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?

Unser Kind ist 13 Monate und wir brauchen so 2 bis 3 Windeln am Tag. Wo sie kleiner war, habe ich die Windeln dann dünner gemacht, statt weniger Windeln zu nehmen.
Ganz windelfrei hat nicht geklappt, da sie bei zu häufigen Abhalteversuchen streikt. Ein direktes Zeichen wenn sie gerade nicht getragen wird, habe ich nie wahrgenommen. Im Tragetuch, beim Stillen und nachts wird sie unruhig, wenn sie muss. Trotzdem pullert sie nicht immer, wenn Sie muss und wir sie abhalten.

Nutzt Du auch andere Backups?
Stoffwindeln. Backups waren mir zu fummelig und unsere Tochter war genervt vom ständigen auswechseln.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?

Seit teilzeit-windelfrei nicht mehr. Vorher sehr selten.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – ja, klappt super
beim Stillen – generell nicht, manchmal wird sie unruhig, dann machen wir kurz eine Pullerpause
nach dem Stillen – nein
nach dem Spielen – schwierig einzugrenzen
Andere:
vor dem ins Bett gehen: klappt manchmal
vor dem aus dem Haus gehen: klappt manchmal
nach dem Tragen: klappt meistens gut

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufstehen.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Relativ lange 5 – 20 Minuten. Zu schnell dürfen wir nicht sein, dann klappt es nicht.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Zurzeit noch keines, wir haben ein blaues rotho (?) Töpfchen rumstehen.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?

Sehr schwierig einzuschätzen. Im Winter, wenn sie sehr klein sind, definitiv mehr Arbeit. Dann müssen Sie ja häufig und das an- und ausziehen ist dann schon anstrengend. Meistens haben wir sie dann nur beim Wickeln abgehalten so alle 2 – 3 h oder nackig strampeln lassen auf Handtüchern. Nackig war sie eh viel besser drauf als mit Windel. 😀
Jetzt ist es weniger Arbeit. Das große Geschäft landet meistens im Klo und die paar Windeln waschen sich nebenbei mit. Ab und zu haben wir auch eine Pfütze in der Wohnung, aber die ist auch schnell beseitigt.
Ich finde nur manche Nebeneffekte störend: z.B. Nach dem Aufwachen muss möglichst bald zur Toilette gegangen werden. Einfach noch ein bisschen länger im Bett spielen und kuscheln (wir schlafen alle zusammen) geht nicht so gut. (Meistens steh ich auf, geh mit ihr pullern und dann gehen wir wieder ins Bett. Aber trotzdem nervt es ein bisschen).
Oder unsere Tochter „wollte“ dann auch nachts abgehalten werden, seit dem 8. Monat. Sie wurde unruhig und hat einfach nicht weiter geschlafen: immer Stillen – Pause- Stillen – Pause… Also habe ich es mit Abhalten versucht und zack hat sie weiter geschlafen. Allerdings ist sie manchmal auch nicht begeistert vom nächtlichen Abhalten, dann habe ich sie nebenbei gestillt… Das ist schon irgendwie anstrengend. Aber so sie ist zumindest nachts seit dem 11. Monat trocken, manchmal mit Abhalten, manchmal ohne. Je nachdem, wie viel gestillt wird zwischendurch. 🙂

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?

Ich habe gelernt, dass jedes Kind von Anfang an seinen eigenen Kopf hat. Ich kann nichts erzwingen, auch wenn ich weiß, dass sie muss. Das respektiere ich nun. Und wenn sie was gelernt hat und das an Stellen wiedergibt, die mir eigentlich nicht passen (z.B. nachts), dann unterstütze ich sie und erfreue mich an ihrem Fortschritt.
😀 Ich bin auf jeden Fall gelassener geworden und habe meinen Perfektionismus ein Stück abgelegt.
Außerdem versteht meine Tochter auch schon viele Sachen, auch wenn Sie uns das noch nicht mitteilen kann. Bei einer Autofahrt hat sie angefangen zu pressen, was ein Zeichen für ein großes Geschäft ist. Ich erklärte ihr, wir sind gleich da und ob sie noch 2 Minuten warten kann. Und sie hat gewartet.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Einfach mal ausprobieren und nur in dem Umfang umsetzen, wie man es selber möchte und kann. Oder bis das Kind signalisiert, mir reicht es jetzt. (Auch wenn es nur das Morgenpipi ist.)
Das Kind einer Bekannten ist jetzt 2 Jahre alt und möchte nur noch in die Windeln machen. Wenn Sie nackig ist und muss, fordert Sie dazu auf, ihr eine Windel um zu machen. Das finde ich traurig und schlimm.
Ich finde es wichtig, dass die Ausscheidungen fast von Anfang an ein Thema sind und immer mal wieder gezeigt wird, wo sie eigentlich hin gehören. Allerdings sollten sie nicht das Hauptthema in der Beziehung zwischen Eltern und Kind sein.

Vielen lieben Dank! 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.