Wann Beikost einführen?

Wir haben noch so einige Monate Zeit, bis sich mein Sohn sich für etwas anderes als Mamas Milch interessiert. Doch dieses Gedicht ist mir wieder in den Sinn gekommen:

Bitte nicht füttern!

Liebe Mama, hör mir zu,
Bitte lass mich doch in Ruh
Mit dem Löffelchen voll Brei,
Denn sonst gibt es nur Geschrei.
Schau, ich bin noch nicht so weit,
Und du hast noch so viel Zeit,
Mich noch lange voll zu stillen
Und musst nicht mein Bäuchlein füllen
Mit dem Brei zerdrückter Möhren,
Sondern lieber auf MICH hören,
Denn dein Baby ist sehr schlau
Und ich sage dir genau,
Was ich brauche, wie und wann:
Bitte fang nicht zu früh an!

Lass mich mit dem Essen spielen,
Mit den Fingern darin wühlen,
Halte mich auf deinem Schoß,
Dann vertrau mir und lass los!
Brauchst nicht andre Leute fragen,
Denn sie werden dir nur sagen,
Dass du endlich füttern musst,
Und das endet oft im Frust.
Musst auch nicht zum Laden laufen
Und die teuren Gläschen kaufen
Auch nicht extra für mich kochen,
Denn ich hab dir nicht versprochen,
Dass ich es auch essen kann:
Bitte fang nicht zu früh an!

Wenn du willst, dass ich was esse
Und es nicht im Spiel vergesse,
Stell mir was zum knabbern hin,
Lass mich, bis ich hungrig bin.
Schütte mir nichts auf den Teller,
Denn so geht es auch nicht schneller,
Deine Milch ist, was ich will,
Stille mich und ich bin still.
Sag es auch den anderen Müttern,
Keine braucht ihr Kind zu füttern!
Höre, was dein Baby sagt,
Und erspar mir, was mich plagt,
Denn ich bin ja noch so klein:
Bitte lass das Füttern sein!

Margarete Schebesch

Ich weiß nicht mehr, wie ich auf diese Zeilen vor 4 Jahren gestoßen bin. Aber es hat mir sehr meinen Rücken gestärkt, als mein Tochterkind eher zögerlich vor dem ersten Geburtstag andere Dinge als Muttermilch zu sich nahm, während andere Kinder schon ganze Gläschen verschlangen.

Wer trotzdem wissen mag, was man seinem Kind neben dem Stillen anbieten kann, dem kann ich dieses Buch empfehlen: Babyernährung gesund & richtig: B(r)eikost und Fingerfood nach dem 6. Lebensmonat von Gabi Eugster

7 Gedanken zu „Wann Beikost einführen?

  1. Vielen Dank für diese Zeilen und den Buchtip ! Das kam jetzt genau richtig für uns, wo ich mir von allen Seiten blöde Kommentare anhören muss, weil mein 9 Monate alter Sohn keinen Brei essen mag. Ständig werfe ich noch fast volle Gläschen und selbstgekochte Breie weg und stille dann doch. Nur fingerfood geht einigermaßen. Werde jetzt komplett aufhören, Brei anzubieten. Es bringt ja nichts und ist auf Dauer echt teuer…
    Habe auch noch einen Tip zu dem Thema, hab nämlich gerade was wirklich tolles gefunden: den Fruchtsauger von Nuby. Damit kann er sich nicht mehr verschlucken und trotzdem frisches Obst und Gemüse genießen.

    Danke für den Anstoß !
    Liebe Grüße und weiterhin alles Gute für Euch,

    Livia

  2. Danke für das tolle Gedicht! Meine Tochter wollte auch nie irgendwas mit dem Brei zu zun haben. Wir haben es dann mit Baby-led-weaning versucht (d.h. Sie dürfte alles vom familientisch haben was sie wollte, bzw. Auch damit herum spielen) aber das wollte sie meistens auch nicht. Selbst spielen wollte sie nur selten. Ich habe mich sehr gezweifelt, aber einfach so weiter gestillt, und zwar war sie schon 11 Monaten alt bis sie endlich etwas mehr als ein paar einzelnen Sachen essen wollte. Ich habe sie also fast ausschliesslich gestillt bis zum 11. Monat! Jetzt ist sie 13 Monaten alt, kriegt Backenzähne, und will jetzt schon WIEDER nur noch Milch. Aber sie ist gesund;also kann mann eigentlich nichts dagegen sagen! Jedes Kind ist eben unterschiedlich.

  3. Wenn ich den Leuten erzähle, dass mein Kind bis zum 18. Lebensmonat voll gestillt wurde und jegliche Nahrung abgelehnt hat, fragen die meisten wie er das denn GESUND überstehen konnte/überstanden hat. Haha. Ich stelle dann dieselbe Frage andersherum 😀 Dann ist die Diskussion zu Ende, da ich ja sowieso uneinsichtig bin 🙂
    Er hat dann mit 1 1/2 deutlich gezeigt, dass er auch mal was probieren will. Erst dann hat er angefangen sich dafür zu interessieren und auch nur ganz langsam. So richtig gegessen hat er dann erst mit ca. 2 Jahren, knapp dannach. Und er ist trotzdem gesund und munter, obwohl ich ja alles falsch gemacht habe 😀

    1. Nadina, du hast ihm das Beste gegeben, was du hattest: individuell angefertigte Mamamilch. Andere Kinder wären neidisch, wenn sie das wüssten. 😉

      Wir machen auch Baby led weaning und sind sehr begeistert. Unser Kleiner ist jetzt ein dreiviertel Jahr alt und futtert fast alles, was wir ihm anbieten. Er verzieht zwar bei jedem Bissen angewidert das Gesicht, fordert aber fast immer Nachschlag. – Ich könnte mich jedesmal wieder darüber amüsieren. 🙂
      Und er isst auf diese Weise tagsüber sehr bereitwillig und viel. So kann ich entspannt arbeiten (seit zwei Wochen ist jetzt mein Mann in Elternzeit) und muss mich nicht sorgen. Und einmal am Tag kommt er mich dann im Büro besuchen, um eine Milch zu schlabbern. (Von nachmittags bis morgens stille ich ohnehin weiterhin voll.) Mit dieser Methode fahren wir sehr gut und haben bis heute keinen einzigen Brei gekauft oder gekocht.
      Noch wenige Tage vor Ende meiner Elternzeit hatte ich große Sorge, wie das gehen soll, weil er trotz BLW rund um die Uhr voll gestillt hat. Aber binnen drei Tagen hat sich das ganz von selbst geregelt, weil sein Milchbedürfnis offenbar doch nicht mehr soooo groß war.

  4. Ich fand BLW auch toll. Wir haben das von Anfang an gemacht und es spart so viel Zeit und Aufwand und wir mussten nie voller Panik hinter unserem Kind herrennen und ihm Steinchen o.ä. aus dem Mund pulen. Er hatte einfach immer die volle Kontrolle über das, was er in den Mund gesteckt hat und konnte sehr gut zwischen essbar oder nicht entscheiden und es dann selbstständig wieder aus dem Mund befördern. Am Tollsten fand ich mal, dass er mit 9 Monaten Oliven gegessen und wie selbstverständlich die Steine ausgespuckt hat!

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