Marathonlaufen oder Treppensteigen?

Was macht eine liebevolle Mutter, die sich des Attachment Parenting verschrieben hat, stillt, trägt, Familienbett hat etc. wenn sie von windelfrei hört? In 90% der Fällen denkt sie sich: „Oh Gott, das ist mir zuviel! Das schaffe ich nicht“ und wickelt mit schlechtem Gewissen weiter. Und schon hat sie wieder zugeschlagen: Die Ganz-oder-Gar-nicht-Falle.

Schade, denn es geht ja wie wir wissen auch anders! Wegwerfwindeln rund um die Uhr und dazu hin und wieder abhalten. Oder nur morgens beim grossen Geschäft abhalten und schon wurde wieder der süsse Po verschont.

Gestern habe ich eine Mutter getroffen, der es genau wie oben beschrieben ging. Sie kannte Windelfrei, hatte sich aber dagegen entschieden, weil es zu stressig war. Ihre Kinder wurden ganz normal mit ca. drei Jahren trocken.

Dabei gibt es immer wieder Erfahrungen, dass man auch mit gelegentlichem Windelfrei sehr viel Positives erreichen kann. Bei www.stillen-und-tragen.de lese ich z.B:

Eine Ermunterung an alle. Wir haben also das letzte Jahr bestimmt 95% gewickelt und sporadisch abgehalten. Da hat er aber auch immer Pippi gemacht oder sich ein paar Tröpfchen abgedrückt….UND? Sie wissen, wie es geht und nutzen es jetzt. Er war total stolz so alleine auf dem Pott zu sitzen.

Es ist mit dem Windelfrei vielleicht wie mit dem Sport: Richtiges Windelfrei ist wie Marathonlaufen. Man muss sehr viel trainieren, es ist anstrengend und es ist notwendig, sich stark zu konzentrieren.

Windelfrei in der Billigvariante ist dagegen so was wie „Öfter mal die Treppe nehmen“. Oder einmal in der Woche im Park seine Runde drehen. Man trainiert nicht ständig, aber immer wieder und immer ein bischen.

Und wer hat am Ende bessere Blutfettwerte? Der, der keinen Sport macht oder der der sich wenigstens etwas bewegt?

Also Leute – let’s Teilzeit-Windelfrei!

5 Gedanken zu „Marathonlaufen oder Treppensteigen?

  1. Genau so geht es mir. Ich stille, trage, familienbette – und windelfrei hört sich an sich auch gut an, aber es ist mir ganz ehrlich zu viel Aufwand und dem Papa wohl auch. Trotzdem habe ich genau das schon ab und zu versucht, also beim wickeln einfach abhalten – aber bisher passiert da gar nichts und deshalb mache ich es auch kaum noch. Vielleicht zu selten? Zu spät angefangen (etwa mit 3 Monaten)? Ich weiss es nicht. Motiviert durch diesen Beitrag habe ich ihn vorhin beim wickeln auch wieder abgehalten, aber wie üblich kein Tropfen. Ich muss dazusagen, dass er auch beim wickeln eigentlich nie pieselt, das hatten wir nur in der allerersten Lebenswoche.
    Naja, mal sehen, wie’s weiter geht 🙂

    1. Hallo Schussel

      genauso ging es mir am Anfang auch! Beim Wickeln abgehalten – nischts! Versuchs mal nach dem Schlafen, da müssen alle, gross und klein… Du kannst auch noch etwas experimentieren mit dem genauen Zeitpunkt bzw. der Dauer des Abhaltens. Ansonsten dem Kind Babylegs oder wenig anziehen und immer wieder versuchen, nach dem Stillen, nach einem Pups, wenn es zappelt, nach dem Tragen etc.
      Und bloss keinen Druck machen! Just for fun!
      Viel Erfolg Euch
      LG Bettina

  2. Hallo,
    ich habe mich leider zu spät mit „Windelfrei“ beschäftigt und da war unsere Tochter schon 11 Monate alt.
    Doch ich bot ihr trotzdem immer wieder den Topf an und sie machte bis zu fünfmal am Tag nicht in die Windel. Nach einem längerem Töpfchenstreik und einem Umzug fing ich noch einmal an (etwa 16 Monate alt). Sie trug zwar jeweils Windeln, welche ich dann für ihr Geschäft abzog. Dann lies ich sie immer länger ohne Windel und nun ist sie mit 21 Monaten total windelfrei. Es lohnt sich also auch spät anzufangen und man kann ganz gut mit Windeln arbeiten (habe aber in der Säuglingsphase nur Stoffwindeln gebraucht).
    Liebe Grüsse
    Shalom

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