wie wir wieder windelfrei wurden – nachts

ach ja, die nächte…bis wir hier wieder windelfrei waren nach dem usa-urlaub, das war nur mit einer radikalstrategie zu machen.

ich hatte ihn ja eine weile nachts wieder gewickelt und – zack! – bekam ich mal wieder, was ich verdient hatte. er meldete sich nicht mehr, er wartete nicht mehr, er machte nicht mal mehr, wenn ich es ihm anbot. juchhei juchhee. aber hey – war ich gerade bei laurie boucke und hatte entspannung getankt? also los. ich blieb entspannt, wickelte ihn und dachte nach. mit windel machen sie eher kommentarlos nachts als ohne, das hatte ich schon oft gelesen und gehört. abhalten mit windel brachte nachts bei uns auch wirklich keine veränderung. er machte nichts beim abhalten und dann später in die windel. hm. doof.

also entschloss ich mich, in den sauren, aber vielversprechenden apfel zu beißen. der da hieß: windelfrei. nachts. einfach so. keine kompromisse.

das ergebnis: ich habe etwa 1-2 wochen lang wäsche gewechselt, das kind nachts auch mal umgezogen, handtücher über nasse laken gelegt und meinen göttlichen matratzenschoner gepriesen und gelobt. der kindspapa hielt mich schon langsam für gaga, aber ich wusste, jetzt oder nie. er wird irgendwann aufhören, kommentarlos ins bett zu machen. ich werde es merken oder er wird es sagen, ich war mir ganz sicher!

und siehe da – es dauerte, aber es wurde besser. erst machte er wieder beim abhalten. dann bekam ich wieder besser mit, wann er musste. dann hielt ich ihn ein paar nächte lang 3-5 mal pro nacht ergebnislos übers töpfchen aber er machte auch so nicht.

3 wochen später: ich stille im liegen – oh unendlicher luxus! – und er macht eigentlich kaum noch nachts. falls er doch muss, meldet er sich nach dem stillen heftig und wartet, bis ich ihn abhalte, macht dann und wir schlafen alle selig weiter!
bin gespannt, wie lange das noch anhält. aber im moment sind wir – windelfrei :).

4 Gedanken zu „wie wir wieder windelfrei wurden – nachts

  1. Hallo,
    ich kann mir nachts abhalten so gar nicht vorstellen. 1.Bin ich zu muede und froh wenn ich zwischen 3 Mal Stillen etwas Schlaf bekomme.2. Wuerde ich es glaube ich auch gar nicht merken, weil ich ja vor lauter Muedigkeit schlafe(Sensibilitaet & Wachsamkeit nachts gleich Null).3.Meldet sie sich nachts nicht, weil sie sich auch tagsueber nicht meldet wegen Pipi. Sie (5 Monate alt) meldet sich nur bei „Kaka“. War jetzt auch nicht so schwer, weil oft vorhersagbar, bei einmal woechentlichem Stuhlgang.
    Meine Frage:1, Wie schafft ihr das nachts abhalten? Ich meine Schlaf-,Kraefte-, Nerventechnisch?
    2. Wie schaffe ich es auch mal tagsueber sie wegen pipi abzuhalten? Denn sie macht so oft pipi und oft zu anderen Zeiten, dass es schwer fuer mich ist. Ausserdem kann ich kaum anzeichen erkennen, selbst wenn sie nackt ist. Auf das CodeWort, was ich ihr staendig vorgemacht habe, wenn sie in der Vergangenheit auf dem Wickeltisch pipi gemacht hat, kommt auch nicht aus ihr heraus.(„Pschhhh“)Ist es vielleicht zu schwer?
    3.Bin ich wirklich nur zu faul und muede, wenn ich nachts nicht auch noch wegen ihrem pipi aufstehen moechte? Oder ist erstmal tagsueber abhalten auch o.k.?

    Also bin gespannt auf Tipps, Tricks und Erfahrungsaustausch.

  2. ach…und ausserdem:4. Wie sieht es beim Stillen mit der Gemuetlichkeit aus? Ich bin ja soo heilfroh, wenn wir tagsueber gemuetlich im Bett stillen und sie eventuell gleich danach einschlaeft und Mama vielleicht fuer einen kurzen „Powernap“ gleich mit. Findet es ihr da nicht laestig oder stoerend, das Kind waehrenddessen mit nacktem Po ueber eine kalte Schuessel zu halten? Ich stelle mir das sehr anstrengend vor. Weil meine Kleine haeufig waehrend des Stillens pipi machen muss oder aber gleich im Anschluss.
    Also wie sieht’s bei euch mit Stillen, Kuscheln und Abhalten aus?

  3. Liebe Stephanie,

    schön, dass Du bei den Windelfreien bist und danke für deine spannenden Fragen!

    Ja, ich bin manchmal nachts auch einfach zu müde zum Abhalten und dann trägt er Windeln. Allerdings ärgere ich mich hinterher immer darüber, weil er dann wieder ein paar Nächte braucht, bis er wieder in die Schüssel pieschert. Ich laufe nachts mit ihm nicht zum Klo, sondern halte ihn über einer Schüssel ab. Andere Mütter lassen sie in Stoffwindeln machen oder halten sie über ein Schüssel neben dem Bett, manche stehen auf. Die Kinder melden sich nachts nicht, der Trick ist, dass sie nachts nur machen, wenn sie wach sind und das sind sie meistens nur beim Stillen, du weißt also immer ziemlich leicht, wann sie machen wird.

    Auch mal tagsüber für Pipi abzuhalten ist bei einem 5-Monatskind am leichtesten nach dem Aufwachen. Da müssen sie alle. Alles andere werdet ihr mit der Zeit herausfinden. Ich hab mich in dem Alter auf große Geschäfte und die Standardsituationen (nach dem Schlafen, nach dem Essen, nach dem Herausnehmen aus dem Tragetuch) konzentriert und ihn ansonsten immer in Windeln gehabt. Einfach drauf geachtet, dass die Windeln möglichst sauber bleiben und dass er das Prinzip versteht. Später machen sie weniger häufig, dann ist es einfacher, die kleinen Geschäfte auch zu erwischen.

    Ein Codewort sagt mein Sohn bis heute nicht, hab ich auch noch necht gehört, dass ein Kind unter 18 Monaten verbal verkündet, bevor es muss.

    Erstmal tagsüber abhalten ist völlig okay. Schau Dir mal das Video mit Laurie Boucke an – es wäre sogar okay, sie nur morgens abzuhalten. Hauptsache, Du bringst ihr das Prinzip bei, der Rest entwickelt sich dann :). Das Buch von Laurie („Topffit“, Anahita-Verlag) kann ich auch wärmstens empfehlen, es ist voller großartiger Tipps.

    Beim Stillen konnte ich gut abhalten, weil ich da einfach hinterher die Schüssel weggezogen habe und anschließend trotzdem eingeschlafen bin. Aber finde heraus, was für Dich entspannend ist und wenn es für Dich derzeit zu anstrengend ist, mach Dir keinen Stress und versuche es später wieder. Es soll ja Spass machen :).

    Euch viel Spass also und viel schöne Kommunikation,

    Gruss
    nica

  4. Liebe Nicole,

    vielen Dank fuer deine liebe und ausfuehrliche Antwort. Es ist interessant fuer mich, zu erfahren, wie eure Handhabung ist. Das Video habe ich natuerlich laengst gesehen und unbelesen bin ich auch nicht, schon waehren der Schwangerschaft habe ich unter anderem auch“Es geht auch ohne Windeln“ und etwas auf der Popffit-Seite gelesen. Als dann die Maus da war hatten wir allerdings die ersten drei Monate erstmal was anderes zu tun (naemlich mit dem manchmal 3 stuendigen oder auch immer mal wieder den ganzen Tag andauernden) Schreien. Wie weggeblasen waren da meine Traeume von: Windelfrei, 24 Std. im Tragetuch tragen, Babymassage nach Leboyer, Pikler-, Montessori-, Wild-Paedagogik und alles wird gut und himmlisch harmonisch mit Baby etc.p.p.. Jetzt nach 4-5 Monaten, wo das Weinen weniger wird und ich anfange wieder ein normaler Mensch zu werden, kommt langsam die Erinnerung wieder, da war doch was, das ich vorhatte. Und so halte ich sie eben erstaml nur beim grossen Geschaeft ab. So nahm alles wieder seinen Anfang und jetzt schaun‘ wa halt mal, wie man in Bayern hier zu sagen pflegt.

    Also danke nochmal fuer die Tipps und es ist immer wieder eine Freude eure so spannenden Beitraege, Interviews und Ansichten zu lesen. Ein richtig tolles BAck-up! Keep up the good spirit!

    Alles Liebe,
    Stephanie aus Muenchen

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