7 Gedanken zu „Und ihr? – Umfrage

  1. Hej Nica,

    obwohl du unsere Gründ ja kennst, hier noch mal die für uns schlagendsten Argumente für Windelfrei:

    — Ich nehme das Ausscheidungsbedürfnis meines Kindes ebenso wahr wie andere Bedürfnisse (z.B. Körperkontakt, Stillen, Schlafen).
    — Mein Kind muss nicht mit seiner Toilette am Hintern rumlaufen oder gar schlafen, was ich als (um es krass zu formulieren) erniedrigend empfinde.
    — Mein Kind ist sich seiner Bedürfnisse insgesamt sehr klar bewusst.
    — Es ist für uns eine weitere tolle Form der Kommunikation.

    Ich bin gespannt darauf zu erfahren, was andere Familien dazu bewegt, diesen Weg zu gehen.

    Liebe Grüße, auch an T & T.
    Kati.

  2. Ich bin es noch mal, nachdem mir deine Frage, warum wir Windelfrei machen, den ganzen Tag nicht aus dem Kopf ging…

    Windelfrei ist der natürliche Weg, und daher wäre doch eine Frage wie „Warum entscheidet ihr euch als Eltern für Windeln?“ eine angemessenere Fragestellung.

    Warum muss man sich immer dafür rechtfertigen bzw. etwas erklären, wenn man den von der Natur vorgesehenen Weg geht? Wirft es nicht eher Fragen auf, wenn sich Eltern gegen die Natur stellen?

    Die Beweggründe, warum beispielsweise viele Eltern zu Schnullern, Kinderwagen, Breien und eben auch Windeln greifen, wären doch durchaus mal interessant zu beleuchten…

    K.

  3. Sehe ich auch so, wie Kati in ihrem zweiten Kommentar.
    Eigentlich ist es völlig logisch und natürlich, den windelfreien Weg zu gehen (egal ob mit oder ohne Back-Up oder in Teilzeit oder Vollzeit). Als ich Kolleginnen von unserem Experiment erzählte, sagte eine, „Ja, eigentlich weiß ich immer, wann er sein großes Geschäft macht: ca. 15 min. nach dem Aufwachen.“ Da fragt man sich wirklich, wieso dieses Kind sein Geschäft in die Windel machen muss.

    Ich bin auf windelfrei und „Es geht auch ohne Windeln“ gekommen, nachdem im Geburtsvorbereitungskurs jemand gefragt hatte, wie oft so ein Baby denn am Tag gewickelt werden muss. Die Antwort der Hebamme war ca. 8 – 12 mal. Ich kam ziemlich fassungslos heim und erklärte meinem Mann „Das kann nicht sein, da komme ich aus dem Windeln ja gar nicht mehr raus! Das muss anders gehen!“ Ich setzte mich ans Internet, fand dieses phänomenale Buch und wußte, es geht anders, und ich will es anders machen.

    Wichtig war mir von Anfang an der Aspekt der Kommunikation sowie der Wunsch, möglichst sofort auf alle Bedürfnisse meines Kindes einzugehen. Und dazu gehört das Ausscheidungsbedürfnis nun mal. Ich will nicht wissen, wieviele Kinder getröstet, rumgetragen, besungen werden, weil sie unruhig und quengelig sind – dabei müssen sie nur einfach mal aufs Klo!

  4. Hallo Nicola,

    ich selbst hab keine direkten Gründe für Windelfrei. Ich hab’s mir nicht
    ausgesucht. Meine Frau „kam damit an“ und jetzt, wenige Monate
    nachdem wir es frei und dynamisch in den Alltag integriert haben
    ist es einfach da. Es wäre falsch ohne. Es wäre auch unhöflich einer
    hilfsbedürftigen Person, die ganz klar und vehement sagt
    was sie möchte, nicht das zu ermöglichen was regelmässig unser
    aller Bedürfnis ist. Und – ja Kati, ich finde man kann es ruhig beim
    Namen nennen: es wäre erniedrigend.

    Ich weiss, dass meine Frau Dir, Nicola gerade eine mail schreibt
    – aber Mann hat natürlich auch seine Meinung dazu. Und die will ich
    gern mit Euch teilen:

    Meine Liebste hat sich in kürzester Zeit in unglaublich viele Dinge
    eingelesen von denen ich selbst vorher (und das meine ich wörtlich)
    nur in „my keenest dreams“ geträumt hab. Windelfrei ist dabei nur
    ein Thema und ich schätze dass es noch eine Menge weiterer
    Gemeinsamkeiten gibt, die Windelfrei-Eltern, in Bezug auf das
    Miteinander mit dem Nachwuchs teilen.

    Ich hab‘ keine Zahlen gesehen, und auch keine tausend Bücher gelesen,
    aber sicher werden prozentual mehr Windelfrei-Eltern gleichzeitig
    auch tragen, stillen, ein Hausgeburt erleben, Elternbett geniessen,
    Baby massieren oder irgendetwas andere schönes noch zusätzlich
    oben rauf tun, was dazu führt dem jungen Leben den Start so
    gut und stärkend wie nur möglich zu gestalten.

    Der Arbeitsalltag als leitender IT-Angestellter hält mich leider
    davon ab, mich mit ähnlicher Intensität den verschiedenen Themen
    zu widmen, wie meine Frau. Ich bewundere Sie dafür immens
    und bin gleichzeitig dankbar über die Leichtigkeit, die Sie damit
    in unsere frische Familie bringt.

    Wir sind normale Grossstadtkinder, Mittelschicht, nicht zu schlau,
    nicht zu dumm. Nicht arm und nicht reich. Aber irgendwas, das zeigt
    mir unser unmittelbares Umfeld, unterscheidet uns ebenso
    wie offensichtlich auch viele andere Windelfrei-Eltern erheblich vom
    Durchschnitt.

    Es gab keine Diskussion zum Thema Windelfrei. Meine Frau hatte es
    sich auf Ihrem Weg durch Literatur, Gespräche und durch die Liebe
    zum Kind erarbeitet und als Sie es an mich herantrug fühlte es sich
    für mich intuitiv für das bestmögliche an, was wir unserem Spross
    in der Großstadt bieten könnte.

    Der natürliche Weg, quasi die Fortsetzung der „Geburt ohne Gewalt“
    (um mit dem Titel von Leboyer das einzige Buch zu nennen, dass
    ich aus unserer neuen Bibliothek gelesen habe ;).

    Besten Gruss vom Rhein,

    Andreas

  5. Schon von Anfang an war es uns wichtig, dass unsere Tochter stets eine saubere Windel trägt und nicht so’n Gel-Batzen am Po hat. Dadurch haben wir schon beobachten können, wann sie muss. Aber wir haben damals noch nichts weiter in Sachen „windelfrei“ unternommen, außer die Windel zu wechseln, wenn etwas frisch drin war. Dies tat zwar nicht der Umwelt gut, aber unserem Gewissen.
    Vor mittlerweile über 4 Monaten (da war sie knapp 4 Monate alt) ist mir dann irgendwann bewusst aufgefallen, dass sie stets kurz vorm In-die-Windel-machen richtig ordentlich quengelte. Ab da habe ich begonnen mich für „windelfrei“ zu interessieren. Durch Googeln hab ich mich dann weitergebildet… 😉

    Kati hat ja schon die besten Gründe prima zusammengefasst.
    Ja, ich denke auch, dass es erniedrigend für die Babys sein muss, (volle) Windeln zu tragen, wobei die Kleinen sich ihrer Ausscheidung bewusst sind. Ich fand und finde es immer noch grausig, wenn ich an eine Antwort einer Bekannten denke, als ich nach ihrem Rat bezüglich Windelmarke fragte. Ihre Erfahrung war, dass sie mit P*mpers nur 5-6 Windeln, aber mit Marke xy 9-10 Windeln pro Tag bräuchte.

    Schade, dass wir „Windelfrei“-Späteinsteiger sind. Wir hätten uns bestimmt so manches Quengeln ersparen können. Aber spätestens mit 6 Monaten hätten wir mit dem Abhalten nach Vorbild meiner Eltern begonnen. Die haben uns Kinder damals, im Alter von einem halben Jahr, begonnen abzuhalten (bzw. wenn wir sicher sitzen konnten, aufs Töpfchen gesetzt). Zwar nicht ganz mit Kommunikation, aber nach unserem Muster, also nach dem Schlafen, nach dem Essen, einmal nachts und wenn es ganz auffällig war, dass wir mussten. Somit hatten sie uns, laut ihren Erzählungen, zum ersten Geburtstag windelfrei. (Das war unser ganz „schlimmes“ Töpfchentraining in der DDR, von dem wir uns bis heute noch nicht erholt haben…)

    Liebe Grüße,
    Christina

  6. ich fand es beim ersten lesen eine eher absurde idee und kann mich jetzt beim besten willen nicht mehr erinnern, wieso.

    mein sohn braucht eindeutig die unterstützung beim kacken durchs halten und ist unglücklich, wenn er mal in seiner kacke sitzen muss. er meldet nach wenigen sekunden, wenn er nass ist. er protestiert, wenn wir ihm disposables anziehen.

    in der englischen ec-liste habe ich eine weitere schöne begründung gelesen: die ausscheidungsbedürfnisse – intimer geht es kaum – so zu respektieren und zu behandeln, wie ich es mir für mich wünsche, sollte ich einmal nicht mehr dazu in der lage sein, mich darum selbst zu kümmern.

    für mich gilt: kacken erleichtert und macht glücklich, ein sauberer hintern tut gut und trockene haut ohne ausschlag fühlt sich gut an. auf toilette gehen, ist eine freude. das möchte ich auch für mein baby.

  7. meine Gründe:

    – umweltfreundlich
    – kinderfreundlich (niemand sitzt gern in seinen Ausscheidungen)
    – mamafreundlich (keine Spachtelarbeiten, keine zwei Wickelkinder bei dichter Geschwisterfolge und kein klassisches Topftraining im Trotzalter)
    – gute Gewohnheiten von Anfang an ganz natürlich beibringen (wo ist denn sonst die Logik: erst ist es toll, in die Windel zu machen und dann plötzlich nicht mehr.)
    – kommunizieren macht Spaß! auch über Ausscheidungen. (Wer schon mal einen kleinen, 4 Monate alten Zwerg zum Käckern abgehalten hat, weiß warum :-))

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