Off Topic: Jedes Kind wird schlafen können …

… aber zu seiner Zeit!

Weil es zur Zeit immer wieder Diskussionen zu diesem leidigen Thema gibt, und ich von mehreren Menschen dazu befragt wurde, will ich mal eine Episode aus unserem Leben schildern, auf die ich nicht gerade stolz bin.

Ja, auch ich habe „geferbert“ 🙁

Professor Ferber ist ein Bostoner Kinderarzt, der unter dem Deckmantel der modernen Verhaltenstherapie ein „Schlaflernprogramm“ entwickelt hat. In deutscher Übersetzung ist es in unzähligen Familien Standardlektüre.

Als unsere jetzt dreijährige Tochter damals im Alter von 10 Monaten 10 mal nachts aufwachte, und nur mittels Saugen an der Brust wieder zu beruhigen war (den Schnuller wollte sie partout nicht mehr) habe ich mich schweren Herzens dazu durchgerungen. Damals war ich sogar noch halbwegs überzeugt, dass sie keinen dauerhaften Schaden davon nehmen könne, dass es allerdings auch kein Spaziergang sein werde. Aber mein Leidensdruck war so groß, dass es kein Entrinnen zu geben schien. Eine Freundin hatte das Buch, wollte selber aber noch nicht wirklich ran. War ihr zu hart!! Auch andere Feunde rieten mir ab. Hätte ich bloß länger hin gehört …

Die Ausgangssituation war Folgende: Wir waren drei Monate vorher in eine andere Wohnung umgezogen, der Stubenwagen war längst zu klein geworden und sie hat ein Standardgitterbett bezogen. Schon das Einschlafen klappte nur mit der Brust, Wiegen im Arm und dann nach langen 10-20 Minuten auf dem Arm der Versuch eines sanften Ablegens im Bett. Manchmal gelang es sofort, oft aber auch nicht … die Einschlafprozedur geriet zum Nervenkitzel. Und der Rest der Nacht war ebenfalls geprägt von Schreiattacken alle 1-1,5 Stunden, die nur durch Stillen durchbrochen werden konnten, und nur trinkend schlief sie ein. Ich war gerädert, und nur diesem mentalen Zustand kann ich es heute zuschreiben, dass ich nicht eine andere Entscheidung getroffen habe. Dazu später.

So erschienen mir die Versprechungen des Herrn Ferber, dass „das Training darauf abziele, dass die Kinder ihre „schlechten“ oder besser gesagt, „ungünstigen“, Schlafgewohnheiten ablegen und neue erlernen“ würden, eine Rettung in einer mich existentiell bedrohenden Lage. Er selber bezeichnet es als „Notfallschirm in einer verfahrenen Lage, in der die Familie an die Grenze ihrer Belastbarkeit geraten ist.“ Ja, ich fühlte mich gerechtfertigt, zu dieser drastischen Methode zu greifen. Ich wollte ja bloß die „ungünstigen“ (nicht die „schlechten“, den schlecht war meine Engel ja nicht :-)) Gewohnheiten meiner Tochter beeinflussen.

Dass sein Training „eine große Herausforderung und alles andere als ein Spaziergang“ sei, gibt er selber zu. Warum kann er an anderer Stelle dann so einfach sagen, dass er sich „die Erkenntnisse der modernen Verhaltenstherapie, nach der jegliches Verhalten gelernt wurde“ zunutze macht? Und diese Methode „bei richtiger Anwendung absolut unschädlich“ sei? Das hieße für mich, dass Lernen „hart“ sei, und „kein Spaziergang“. Ok, das mag sein, wenn ich mir die Relativitätstheorie erschließen will, aber kann doch nicht für meinen Säugling oder mein Kleinkind gelten. Hier sollten Liebe, Nähe, Zuwendung und Respekt für die Bedürfnisse Vorrang haben. Lernen geschieht hier durch Nachahmung und nicht durch Training.

Nun, also zurück zu unserem Programm:
Ich habe meinen Mann geimpft, nicht „schwach“ zu werden, wir haben uns etwas gekocht, das uns positiv ablenken würde, und die Uhr bereit gestellt. Ein Einschlafritual hatten wir schon seit langem, das war also keine Neuerung. Aber diesmal habe ich sie erst gestillt, und dann das Ritual mit ihr durchgespielt und danach programmgemäß wach ins Bettchen gelegt. Wie zu erwarten war, hat sie lautstark protestiert, ich bin „hart“ geblieben, habe mich mit leichter Modifikation an die Intervalle aus dem Buch gehalten, und irgendwann – nach elend bitteren 30 Minuten – ist sie eingeschlafen. Die restliche Nacht war dann sogar relativ ruhig, früh morgens hat sie noch mal 30 Minuten geschrieen. Ich dachte, wow, das iss ja der Knaller. Aber in der nächsten Nacht hat sie 2 Stunden gebrüllt!!! und darauf die Nacht noch einmal. aber nach ca 5 Tagen sahen wir „positive“ Ergebnisse: Wach einschlafen klappte zunehmend, und nachts stillte ich sie noch 1 Mal. Ich wurde dann sogar so „mutig“, die Tag-Schlafphasen vom Stillen abzukoppeln (Oh Mann, ich kann nur den Kopf schütteln über meine Hirnvernebelung..) Alles begleitet von langem verzweifeltem Schreien …

Letztlich haben wir also „Erfolg gehabt“, das Programm war „unsere Rettung“, auf kurze Sicht allerdings.

Denn auf wessen Kosten????? Was hat das mit unserer Süßen gemacht?

Ich kann es natürlich nicht eindeutug korrelieren, aber Folgendes sind Tatsachen:

– sie hat sich immer gesträubt, von mir getrennt zu werden. Babysitting – eine Katastophe!Und noch heute sind Trennungen oft ein Problem. Kindergarten wird morgens noch immer gelegentlich zu einer Zerreißprobe.

– mit 18 Monaten hat sie sich geweigert, in ihrem Gitterbett zu schlafen, sie durfte auf eine 140cm Matratze in ihrem Zimmer umziehen, das Bett ging an ihre Cousine und wollen wir nie wieder sehen. (schlechte Beziehung zu ihrer Schlafstätte? Schlechte Assoziationen? Man muss dazu sagen, dass das nach einem USA-Aufenthalt war, währenddessen ich aufgrund der neuen Umgebungsbedingungen/Zeitverschiebung wieder in meine/ihre alten Gewohnheiten verfallen war und mich immer neben sie gelegt habe) Sie hat also endlich wieder ihre Bedürfnisse befriedigt bekommen und hat das dann auch zurück in Deutschland eingefordert! Starkes Kind! Sie weiss, was sie will, nur die Mama hat es nicht wissen wollen 🙁

– wir haben die darauf folgenden Jahre(!) diesen Modus beibehalten. Stillen war dann irgendwann nicht mehr das Thema (wobei auch das klar von mir ausging, sie hätte das gerne weiter gemacht) und als Relikt hat sie noch als Dreijährige immer zur Beruhigung ihre Hand in mein Decolletee gesteckt und Busenkneten gespielt. So ist sie monatelang eingeschlafen – bis ich ihr auch das Schritt für Schritt „abgewöhnen“ konnte.

– Eingeschlafen ist sie immer nur, wenn wir neben ihr gelegen haben. Manchmal hat es ewig gedauert bis wir uns ihr „entziehen“ konnten. Und spätestens gegen 23Uhr hat sie ihren „Mitschläfer“ eingefordert.

– Kurz vor der Geburt ihrer Schwester haben wir ihr dann erklärt, dass Mama und Papa wieder in einem Bett schlafen wollen und ich nicht mehr bei ihr schlafen würde. Nur noch zum Einschlafen. Das hat sie ziemlich gut gemeistert. Sie durfte auch immer zu uns kommen, wenn sie es brauchte. und morgends kam sie meist sehr fröhlich zu uns.

– Mit der Geburt ihrer Schwester ist mein Mann erstmal aus unserem Bett ausgezogen (weil zu eng, zu laut, zu unruhig für ihn) und zu der Großen zurück. Das genießt sie und zeigt mir, wie sehr sie das noch braucht!!!!

Was für Schlüsse ziehe ich also aus dem Ganzen?

– mein Kind hatte immer und hat noch das starke Bedürfnis nach Nähe, und ich habe es ihm nicht ausreichend gestillt!
Konsequenz: ich respektiere ihre Bedürfnisse viel stärker als sonst, und tue sie nicht als Launen ab.

– mein Kind muss seinem Kontinuum immer noch hinterher laufen und bindet uns daher noch immer stark an sich. Aus meiner Sicht das schädliche Relikt des „Ferberns“.
Konsequenz: Kontinuum wieder aufbauen!!! Und bei Kind Nummer 2 nicht abreissen lassen:

– ab sofort will ich auf Familienbett umstellen. Und das heisst, ALLE VIER IN EIN BETT!!! Solange wie unsere Kinder das brauchen. Damals hätten wir „nur“ ein größeres Bett gebraucht, in dem wir alle ausreichend Platz gehabt hätten, sie hätte sich einfach an der Milchbar bedienen können (hätte das sicher auch nicht so oft gebraucht, wenn ich mit ihr in einem Bett geschlafen hätte, denn dann hätte sie sich nicht immer mit ihren Mitteln versichern müssen, dass ich noch da bin) und wir hätten sicher ohne größeres Wachwerden einfach weitergeschlafen. Stattdessen aber dieser MEGASTRESS!!

–> Hey, ich hätte es doch damals schon merken können, dass ich einfach nur ein kompetentes Kind habe!!!

–> Und dieses Kind wird irgendwann ganz alleine schlafen WOLLEN!

Mehr Informationen contra „ferbern“ : www.ferbern.de

10 Gedanken zu „Off Topic: Jedes Kind wird schlafen können …

  1. Meinst Du das alles etwa ernst?!

    Willst Du allen ernstes bis zum 12 Lebensjahr Eurer „kleinen“ mit der ganzen Familie in einem Bett schlafen. Da schlaft ihr sicher wirklich, was?!

    LG
    g

    1. Meinst Du das alles etwa ernst?!

      Du hast Dich noch nicht wirklich mit dem Familienbett beschäftigt, oder? Sonst würdest Du das möglicherweise nicht in Frage stellen.

      Willst Du allen ernstes bis zum 12 Lebensjahr Eurer „kleinen“ mit der ganzen Familie in einem Bett schlafen. Da schlaft ihr sicher wirklich, was?!

      Äh, entschuldigung, schrieb ich das irgendwo? Ich vertraue in meine Kinder, dass sie, wenn ihre Bedürfnisse gestillt sind, ganz von alleine alleine schlafen wollen – ich glaube nicht, dass das bis zum 12.LJ dauert. Ich kann mit meinem Kind darüber sehr gut reden, und sie selber meinte, dass sie, wenn die Kleine soweit ist, mit ihr zusammen in ihrem Zimmer schlafen will. Und wenn sie noch länger braucht, dann ist das halt so. Aber wenn wir in unsere Kinder vertrauen, dann haben sie auch Vertrauen in sich und ihre eigene Fähigkeiten. Sie lösen sich so viel leichter.

      Und ausserdem habe ich ja schon die andere Seite der Medaille begutachtet und für nicht gut befunden. Da schlief ich auch nicht wirklich, weil ich immer wieder durch eine weinende und nach Nähe schreiende Tochter geweckt wurde.

      Was liegt da näher, als die Medaille auch mal umzudrehen?

      Ich will hier niemanden missionieren, sondern nur meine Erfahrung schildern.

      Aus Deinem Kommentar konnte ich zumindest auch keinen „besseren“ Weg herauslesen 😉

  2. Hej, ich find Deinen Bericht super. Wir schlafen zu fünft (2+3) im Familienbett und das tut allen gut. Bei der Großen dachten wir noch, ein Kind muss alleine schlafen…zum Glück haben wir schnell auf unser Gefühl gehört. Die große ist jetzt sechs, der jüngste 8 Monate alt und uns geht es gut dabei. Ich bin sicher, das Familienbett wird sich weiter durchsetzen. Auch Dank solcher Beiträge wie Deiner.

  3. Hallo!
    Ich weiß nicht, ob diesen Kommentar auf den doch schon eher alten Blog- Eintrag überhaupt jemand liest, aber vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen, wenn es auch nur mit ähnlichen Erfahrungen ist:
    Mein Sohn (17 Monate) schläft seit dem er auf der Welt ist bei mir in meinem Bett. Ebenso hat er immer schon „freien Zugang“ zur „Milchbar“ und trotzdem sind die Nächte für mich phasenweise eine Qual, da er im Schnitt nach wie vor nur 2 Stunden am Stück schläft. Häufig gibt es Nächte, wo er stündlich wach wird, nur mir dem Busen im Mund wieder einschläft oder den Busen erst gar nicht auslässt… Dass er 3 Stunden am Stück schläft, „passiert“ ihm nur äußerst selten. Ich bin wirklich ratlos, zeitweise am Ende meiner Kräfte und hoffe einfach, dass es „irgendwann“ (möglichst bald!!!) besser wird. – Ach ja, ich halte ihn nachts auch ab, also an einer vollen Blase können das Dauernuckeln und die kurzen Schlafintervalle auch nicht liegen…
    Lieben Gruß,
    Nina

  4. Liebe Nina,

    ich fühle sooo sehr mit Dir. Seit meinem Bericht sind ja nun 4 Jahre vergangen, die kleine Schwester ist nun auch schon 4 und durfte wie beschrieben im Familienbett aufwachsen mit freiem Zugang zur Milchbar zu jeder Tages-und Nachtzeit. Das hat im gleichen Alter wie Dein Sohn jetzt dazu geführt, dass wir in den Dauerstillmodus gerutscht sind nachts. Stillen als Schnuller. ICh konnte über mich null bestimmen, hatte nach einigen Monaten in dem Modus keine Freude mehr an meinem stillenden Kind (nachts wohlgemerkt, nur nachts…) und das Abhalten klappte nachts auch nicht mehr. Das viele Stillen führte zu Dauerpipi, abhalten zu wachsein und wieder stillen müssen um einzuschlafen – ein Teufelskreis.

    Ich erinnerte mich an das Gordon’sche Schlafprogramm, ein gemäßigtes Programm, welches NIE vor Erreichen des 1. Lebensjahres durchgeführt werden sollte, und sehr soft angelegt ist.(http://www.rabeneltern.org/index.php/wissenswertes/schlafen-wissenswertes/1221-besser-schlafen-im-familienbett?showall=1&limitstart=)

    Ich fing im 17./18. Lebensmonat damit an, wir waren bei 10x stillen nachts angekommen, was meist letztlich Dauerstillen war. ICh machte es genau wie Dr. Gordon, Tag für TAg nach seinem Plan. Aber es funktionierte nicht wirklich so smooth wie gewünscht. Zu der Zeit war ich bei einem Seminar mit dem homöopathischen Kinderarzt Dr. Stefan Raabe/München. Ich stellte ihm mein Problem vor, und er meinte, das sei ja auch nicht verwunderlich. Kinder trügen keine Uhren. Wenn ich bis 23h alles kuschelig mit stillen zum einschlafen machte, und dann zw 23 und 6h eben nicht, dann kann das Kind nicht verstehen, dass es im Dunkeln um 22:30 gestillt wird, aber im gleichen Bett bei gleicher Dunkelheit um 1h nicht. Es hat keine Uhr!!! Die Bedingungen seien doch um es herum die gleichen, woran solle es sich denn orientieren???? Das klang einleuchtend. Er riet mir, das Einschlafen und das Stillen zetlich und örtlich zu entkoppeln, und zwar schon gleich zu Beginn der Nacht.

    So habe ich es dann auch gemacht: Ich habe meine Tochter in einem anderen Zimmer gestillt und sie dann wach oder auch mal im dösenden Schlaf ins Familienbett rübergetragen. Wenn sie beim Umbetten wach geworden ist, dann war mir das sogar grad recht, weil sie dann ja mitbekommen hat, dass sie nun in der Bettumgebung ist und dort galt ab jetzt die Ansage: es wird dortim Dunkeln nicht mehr gestillt!! Und so hat sie es innerhalb von wenigen Nächten geschafft, das Schlafen vom Stillen zu entkoppeln. Die Schlafphasen wurden immer länger. Wenn sie aufgewacht ist, habe ich sanft mit ihr gesprochen, wo sie ist, dass das der Schlafplatz ist, dass sie einfach in Ruhe neben uns weiterschlafen kann, das wir alle da sind, usw. Sie hat alles an Nähe bekommen im Bett, nur kein Essen mehr. Das war eine klare Ansage, das konnte sie empfinden (weil sie die Umgebung empfinden konnte) daran konnte sie sich anpassen. Und irgendwann hat sie dann durchgeschlafen, bzw, ihr hat die Nähe zu uns ausgereicht, dass sie wieder friedlich einschlafen konnte, wenn sie aufgewacht ist. Der Gewinn für mich war drastisch. Allein, dass ich wieder Herrin über meine Schlafposition war, dass ich nur noch meine Hand reichen musste oder um sie legen brauchte anstatt die Bar in Position zu rücken, hat irre viel ausgemacht.

    Und die Situation heute? Seit die Kleine 3 ist, schlafen sie beide im gemeinsamen Kinderzimmer. Sie sind quasi gemeinsam aus dem Familienbett ausgezogen. Die Große ist knapp 8 und kommt heute noch gerne in der Nacht zu uns (2 von 7 Nächten), die Kleine ist an sich noch viel selbständiger und selbstzufriedener beim einschlafen als die Große, kommt dafür in 5 von 7 Nächten in den frühen Morgenstunden mit 3 Puppen im Arm zu uns und schläft seelig weiter. Oft bekommen wir das gar nicht mit, und freuen uns morgens über den goldgelockten Engel mit seiner Puppenfamilie zwischen uns….
    Noch immer ist spürbar, dass die Große einem Defizit hinterherläuft (weswegen wir sie herzlich gerne immer noch in unserem Bett willkommen heißen) und die Kleine aufgetankt durch’s Leben geht. Sie will alles alleine machen im Alltag, sie ist wahnsinnig fröhlich, kann wunderbar mit sich selbst und ihren Puppen spielen, und holt sich nachts noch ihre Portion Nähe.

    Das Familienbett ist unser größtes Geschenk an uns und an die Kinder gewesen und ist es noch immer. Ich bin der festen Überzeugung, dass es eine wichtige Brücke schlägt zwischen der Sehnsucht nach Selbständigkeit im Alltag und der Grundsehnsucht im Menschen nach Nähe und Geborgenheit, welche sich bestens im Tag-Nachtwechsel erfüllen lässt.

    Liebe Nina, Du bist bisher Deiner Intuition gefolgt, hast Deinem Sohn alle Bedürfnisse bis zur Selbstaufgabe erfüllt, er wird jetzt gefestigt und mit Urvertrauen erfüllt verschmerzen können, dass Du eine Bastion Deines Körpers zumindest nachts zurückeroberst :-), aber ansonsten weiterhin für ihn da bist. Wie Gordon schon sagt: Wenn einer der Beteiligten leidet, dann muss etwas geändert werden, wenn alle zufrieden sind, dann darf alles bleiben, wie es ist!
    Viel Glück!

    Claudia

  5. Liebe Claudia,

    vielen Dank für deinen Beitrag. Gerade heute dachte ich: Nein! Es geht nicht mehr. Nachts wird abgestillt! Also wollte ich meinen Lieblingsblog auf sinnvolle Hinweise durchforsten. Und ganz oben dein Kommentar – super! Dasselbe hat mir die Hebamme schon mal geraten als mein Kind ca. 8 Monate war. Da hat es allerdings nicht geklappt und wir haben es nicht weiter verfolgt – ich glaube er war noch zu klein. Logisch fand ich das Argument allerdings auch da schon. Ich glaube das ist auch bei uns des Pudels Kern. Ich werde es probieren. Vielen Dank für’s dran erinnern und deine Erfahrung damit.

    Eine Frage hätte ich noch: Hast du drauf geachtet das deine Tochter abends ausreichend ißt? Ich habe manchmal das Gefühl er hat tatsächlich noch Hunger.

    Liebe Grüße
    Susi

  6. Liebe Susi,

    ja, das Thema ist tatsächlich eines der Hauptthemen. Da denkst Du, Du gibst und gibst und gibst, stillst Bedürfnisse schon bevor sie geäußert werden, und stellst irgendwann fest, dass Du Dich dabei völlig auflöst….Das kann ja auch nicht im Sinne von Mutter Natur sein. Trotzdem ist es waaaahnsinnig schwierig, einen sanften Weg daraus zu finden. Ich schließe mich auch dem Gordon an, das nicht VOR Ablauf eines Jahres zu tun. Bis dahin sind sie einfach noch ein zu großes Bedürfnis-Bündel, das erst noch hier auf der Erde ankommen muss.
    Ich finde, dass uns der Weg letztlich gut gelungen ist. Hey, 17 Monate war ich IMMER zur Stelle, das ist doch Continuum pur, da müssen die Kinder einfach viel gespeichert haben, um diesen kleinen Rückzug von Mama verkraften zu können. Und – Du bist ja auch nicht weg, nur die Milch ist nachts weg. Sie werden unsere Fürsorge schon spüren können.

    Das mit dem Hunger habe ich mir auch überlegt. Wenn der Blutzucker-Stoffwechsel da so drauf geeicht ist, dass nachts Nachschub kommt, dann mag das in den ersten Nächten evtl ein Thema sein, aber das habe ich wirklich durch Nähe, Streicheln ausgeglichen. Und wenn’s gar nicht mehr ging – meine Tochter hat wirklich immer mal gegen 4 oder 5 h Hunger signalisiert, auch als 2-3-jährige noch – dann hatte ich eine Banane am Bett. Da hat sie 2 oder 3 x reingebissen und ist dann darüber eingeschlafen. Dieses Bedürfnis legt sich dann auch beizeiten.
    Sie hat nie viel zu Abend gegessen, ich habe den nächtl Hunger dann schon darauf zurückgeführt.

    Und wenn das in der Rückschau alles so logisch und einfach klingt, in der damaligen Realität dauerte dieser Prozess natürlich schon auch seine Zeit, und es gibt immer wieder Schritte zurück – nicht, dass ich wieder nachts das Stillen angefangen hätte, da war ich konsequent, aber die Tröstphasen können auch immer mal wieder länger werden bis es dann plötzlich wieder einen Schritt nach vorn geht. Die Kinder sind mal krank, haben extreme Traumphasen, was auch immer. Aber das Prinizip ist einfach aus meiner Erfahrung stimmig. Und so richtig erfolgreich waren wir mit dem Schritt, das Stillen nicht mehr im Bett zu tun. Das hat tatsächlich innerhalb weniger Tage alles verändert.

    Auch Dir viel Glück dabei!
    Lieber Gruß,
    Claudia

  7. Hallo,

    wir haben einen Mittelweg zwischen eigenem Bett und Familienbett gewaehlt:

    Am Anfang hatten wir das Familienbett mit Beistellbettchen.

    Als der Sohn anfing zu krabbeln und es mir zu unsicher wurde, ihn in unser Bett ohne „Begleitung“ zu legen, hatte ich das Gefuehl, es sei der richtige Zeitpunkt (da war er so rund um 8 Monate), ihn zum Einschlafen in sein eigenes Bett, das bei uns im Schlafzimmer steht, zu bringen. Ich habe darauf geachtet, wann er wirklich muede ist, ein Gute-Nacht-Lied gesungen und ihn hingelegt. Wenn er dann wieder aufgestanden ist und gequengelt hat, habe ich ihn wieder hochgenommen, ein weiteres Lied gesungen und ihn wieder hingelegt. An manchen Abenden hat es schnell geklappt, an anderen hat es ewig gedauert, aber er ist in seinem Bett eingeschlafen. Den ersten Teil der Nacht, hatte ich also wieder Platz im Bett, wea ich sehr genossen habe. Wenn er nachts aufgewacht ist (Anfangs noch so 3 bis 4 mal), habe ich ihn ins Familienbett geholt, gestillt und fuer den Rest der Nacht bei uns gelassen.

    Inzwischen (20 Monate) ist es so, dass er normalerweise nach einem Gute-Nacht-Lied einschlaeft und erst morgens wieder aufwacht und dann zum Kuscheln zu uns kommt. Es gibt aber auch Tage, an denen er nur kuschelnd einschlafen kann.

    Mittagschlaf klappte uebrigens lange Zeit nur nach Einschlafen im Tragetuch und inzwischen zu Hause nur im Buggy.

    Einige Dinge, die mir geholfen haben:
    – Darauf vertrauen, dass er es irgendwann lernen wird.
    – Mir Tipps suchen, wie ich ihn bei diesem Lernprozess unterstuetzen kann. (Ich fand das Buch „Schlafen statt Schreien“ hilfreich, auch wenn ich nicht das empfohlene „Programm“ gemacht habe. Die ganzen Beobachtungsaufgaben waren mir zu aufwaendig…)
    – Ihm immer auszuprobieren, ob er nicht doch mehr kann, als ich ihm gefuehlsmaessig zutraue.
    – Mich ehrlich ueber Entwicklungen zur Selbstaendigkeit -auch beim Einschlafen- zu freuen und moeglichst nicht meinem Baby hinterherzutrauern.
    – Lernen zu unterscheiden, was wirklich ein Hilferuf ist, und was nur „vor sich hin quatschen“. … und bei letzterem nicht sofort auf der Bildflaeche zu erscheinen. (War, als der Zeitpunkt gekommen war, recht einfach festzustellen, weil er mich wenn ich trotzdem gekommen bin, weggeschubst hat und seine Ruhe wollte.)

    Du wirst bestimmt einen guten Weg fuer EUCH BEIDE finden,
    drago

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