Viel Freude. Kein Zwang.

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Heute berichtet Jasmin über ihren Windelfrei-Start und wie sie Windelfrei im Alltag praktiziert:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Vor der Geburt meines ersten Sohnes (2,5 Jahre) hatte ich von Windelfrei gehört, konnte es aber nicht glauben. Das allgemeingültige Konzept „Babys können ihre Ausscheidungen nicht beherrschen.“ saß tief in meinem Kopf fest. Also habe ich mich nicht weiter informiert. Als er geboren war, konnte ich beobachten, dass er sein großes und kleines Geschäft fast immer auf dem Wickeltisch machte. Ich dachte mir jedoch nichts dabei, denn Babys können ihre Ausscheidung ja nicht kontrollieren… Als er vier Monate alt war, traf ich eine Frau, die etwas mehr über Windelfrei wusste als ich. Sie sagte mir jedoch, jetzt sei es zu spät, da ich ihm sein angeborenes Sauberkeitsverhalten schon abtrainiert hätte. Ich nahm die Information hin und machte mit Wegwerf- und Stoffwindeln weiter. Für das nächste Kind nahm ich mir allerdings fest vor, mich im Vorfeld selbst zu informieren, auf die Ausscheidungen des Kindes zu achten und es mit Windelfrei auszuprobieren.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Nach der Geburt meines zweiten Sohnes haben wir (mein Mann war schnell überzeugt von dem Konzept) zeitgleich mit beiden Kindern im Alter von zwei Jahren und wenigen Tagen angefangen abzuhalten. Anfangs hat es mit beiden gut geklappt, doch wenig später blockierte der Große plötzlich den Toilettengang und bestand auf seine Windeln. Ich wollte ihn zu nichts zwingen, also ließ ich ihn gewähren. Das Thema beschäftige ihn weiter, dadurch dass ich den Kleinen regelmäßig abhielt und mich freute, wenn das Abhalten geklappt hat. Circa drei Monate später sagte der Große dann relativ zuverlässig sein großes Geschäft an. Und mittlerweile erzählt er mir im Nachhinein, dass er Pipi gemacht hat. Beim Kleinen habe ich in den letzten sechs Monaten Phasen beobachtet, in denen es gut und weniger gut klappt. Nicht zuletzt ist der „Erfolg“ auch abhängig davon, wie viel Energie ich fürs Abhalten übrig habe. Wenn ich selbst müde und gestresst bin, sorge ich lieber für mich und eine positive Grundstimmung in der Familie, als für eine trockene Windel.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Als der Große klein war: 8 (Minimum-Maximum 6-10) Windeln.
Ab ca. 1,5 Jahren: 5 (4-6) Windeln.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Beide brauchen ca. 3-4 Windeln am Tag, wenn es sehr gut läuft auch weniger. 2,5 Jahre und 6 Monate.

Nutzt Du auch andere Backups?
Nur Wegwerf- und Stoffwindeln.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Bei unserem herkömmlichen Windelkind sowie bei unserem Windelfreikind hatten wir in den ersten drei Lebensmonaten große Probleme mit Wundsein und Pilzinfektionen. Luft und Licht, selbst Nystatin- und Zinksalben, haben nur bedingt geholfen. Nach drei bis vier Monaten hat sich nach meiner Meinung die Haut verändert und das Wundsein hörte auf.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – immer
beim Stillen – nie
nach dem Stillen – manchmal
nach dem Spielen – nie
andere – nach Gefühl

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Es reicht gerade zum Ausziehen und Abhalten… ca. 5 Minuten. Beziehungsweise ich habe es nicht länger hinausgezögert, wenn ich es mitbekommen habe.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Waschbecken, Toilette, Hoppop Donut, Pourty.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Im Moment erscheint es mir eher mehr Arbeit als beim Wickeln.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Durch Windelfrei habe ich meinen Kleinen von Anfang an für kompetent gehalten, denn jeder Äußerung, jedem Quäken und Schreien habe ich eine Bedeutung beigemessen. Im Nachhinein bedauere ich, dass ich mich bei meinem ersten Sohn nicht selbst über Windelfrei informiert habe. Vielleicht wären auf diesem Wege so manche Schreiattacken vermieden worden.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Viel Freude, kein Zwang. Achtet auf Eure Bedürfnisse und behaltet die des Kindes im Blick!

Vielen lieben Dank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.