Der Spiegeltrick

Heute gibt es den zweiten Windelfrei-Erfahrungsbericht einer Blog-Leserin:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Als ich in der Schwangerschaft mit der ersten Tochter irgendwann zum Thema Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln im Internet recherchiert habe, habe ich in irgendeinem Forum die Frage gelesen, ob denn jemand schon mal was von Windelfrei gehört hat und das macht. Da bin ich neugierig geworden und habe ganz viel dazu gesurft und gelesen – und mir war klar, dass genau dies unser Weg sein würde, weil eben viel mehr dahinter steckt als nur Windeln sparen. Eben die ganze natürliche Säuglingspflege, Artgerecht und überhaupt die ganze Einstellung und Wahrnehmung des Kindes. Ich habe daraufhin von Anfang an auch die Kleidung dementsprechend ausgesucht, also z.B. keine Strampler und für nachts nur Nachthemden und so weiter.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Mit der einen Tochter (2 Jahre und 2 Monate alt) habe ich nach 3 Wochen begonnen, nachdem wir aus dem Krankenhaus kamen. Mit der anderen Tochter (5 Monate alt) habe ich gleich nach Geburt angefangen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Bei der Großen waren es ca. 8 Wegwerfwindeln.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Die Große ist schon seit einer Weile trocken. Die Kleine hat nur Stoffwindeln an. Wenn sie einmal reingemacht hat, bekommt sie eine neue Einlage. Manchmal ist sie auch unten ohne Windel und darf auf ein Molton pieseln, wenn ich es nicht mitbekomme oder sie es nicht sagt, dass sie muss.

Nutzt Du auch andere Backups?

Wie oben gesagt, nutze ich nur Stoffwindeln, habe ich bei der Großen nach der Klinik auch gemacht. Bei der Kleinen bin ich schon „mutiger“ und ziehe ihr daheim neben „unten ohne“ recht oft nur eine Unterhose und Hose an, vor allem wenn ich sie in der Manduca habe. Einfach damit sie auch den Unterschied zur Windel spürt.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Bei der Großen nie. Die Kleine ist sehr empfindlich mit dem, was ich esse wegen dem Stillen. Da ist sie ab und an mal rot, außerdem hat sie ab und zu Durchfall, da wird sie auch rot. Aber das hat dann mit der Ausscheidung selber zu tun und nichts mit der Windel bzw. nicht-Windel.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?

nach dem Aufwachen ja
beim Stillen ja
nach dem Stillen ja → mit dem Abhalten ist das Stillen bei der Kleinen normal beendet, sie trinkt nur ganz kurz, bei der Großen ging es dann immer weiter
nach dem Spielen ja
andere: Zwischendrin, wenn sie es sagt, dass sie muss – zum Beispiel in der Manduca, da sagt sie es sehr vehement oder wenn sie auf einer Decke liegt, meckert sie auch meistens. Oder wenn ich das Gefühl habe, dass sie mal „müssen könnte“.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen, beim / nach dem Stillen, unterwegs.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Nach dem Aufwachen muss es schon recht flott gehen, ansonsten kann ich sie mit „Moment“ auch 5-10 Minuten hinhalten, vor allem unterwegs klappt das super. Da ist der Begriff „elimination communication“ genau der Richtige. Wenn sie merkt, dass ich es kapiert habe und mit ihr rede, kann sie gut anhalten. Daheim muss ich allerdings recht bald reagieren.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Für die Kleine habe ich ein Asia-Töpfchen, die Große auch ewig darein gemacht, vielleicht bis sie laufen konnte, seither hat sie ein normales Töpfchen, wo man den Innentopf rausnehmen kann zum Ausleeren. Dieses nehmen wir immer mit ins Bett für nachts, damit ich nicht aufstehen muss.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Auf jeden Fall mehr Arbeit, man muss immer präsent und wach sein – aber es lohnt sich, und die Kinder und ihre Bedürfnisse sind es wert!

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Da ich es ja quasi von Anfang an mache, bei beiden, habe ich keinen Vorher-Nachher-Vergleich. Aber ich bin mir sicher, dass ich sehr genau mitbekomme, was mein Kind für ein Bedürfnis hat. Man ist einfach näher dran am Kind.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich nehm das Asia-Töpfchen überall mit hin, da hat sie überall die gleiche vertraute Situation zum Pieseln, falls sie nicht abgehalten werden will. Wenn es kalt ist, decke ich sie draußen, während ich sie zwischen meinen Beinen auf dem Töpfchen habe, mit meiner Jacke zu, dann hat sie schön warm. Ein anderer Tipp ist ein kleiner Spiegel am Waschbecken direkt in Wasserhahn-Höhe, damit sich das Baby sieht. Das kommt richtig gut an, das Baby hat Spaß, entspannt sich – und pieselt, auch wenn es grad bissl schwieriger ist oder vielleicht sogar eine Streikphase dran ist.

Großes Dankeschön, liebe Steffi!

Wer mag auch gerne seine Windelfrei-Erfahrung mit uns teilen? Dann bitte hier entlang: Interviewfragebogen – Windelfrei-Erfahrungsbericht

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