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Er kann es. Ich weiß es. Wir machen EC!

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

… nun haben wir schon die ersten Kuscheltage mit meinem Sohn im Arm verbracht.

Hier sind meine ersten Windelfrei-Erfahrungen: Er signalisiert!

Erster Lebenstag: Aufschrei – auch mitten aus dem Schlaf heraus – um dann direkt danach eine ordentliche Ladung Kindspech/Mekonium abzusetzen oder etwas zu pinkeln (erinnert an mich Largo „Einige Sekunden bevor der Säugling Urin oder Stuhl ausscheidet, stößt er einen kurzen charakteristischen Schrei aus…“).

Zweiter Lebenstag: Überwiegend Kindspech, wenig Pipi. Er kündigt es mit ein (wie beschreibe ich es jetzt am besten?!) eher lautlosen „Aa“-Knurren an, deutlich vom Weinen zu unterscheiden. Zeit bis zum Losdrücken etwas länger. Teilweise entleerte er sich in die geöffnete Stoffwindel. (Ich kann mich irgendwie nicht daran erinnern, dass mein Tochterkind damals so viel Kindspech in den ersten Tagen los geworden ist.)

Dritter Lebenstag ähnlich wie zweiter.

In der Nacht zum 4. Lebenstag: erstes erfolgreiches Abhalten überm Töpfchen, auch Pipi ging im Strahl hinein. Seitdem spielen wir uns langsam ein. Meine Intuition kommt in kleinen Schritten zum Signalisieren hinzu.

Er trägt Stoffwindeln – einfach nur Mullwindeln oder ähnliches mit Snappi fixiert. Das reichte völlig bis zum 4. Lebenstag aus. Jetzt weicht sowohl der Muttermilchstuhl, als auch das Pipi durch. Besonders beim Muttermilchstuhl ist ein schnelles Wechseln gefragt, sonst ist alles herrlich quietschorange. Eine Überhose finde ich trotzdem noch überflüssig (bis wohl zum ersten Außerhaus-Termin). Er trägt größtenteils des Tages nur einen Body und die Windel. Die ersten Tage war er überwiegend nur mit der Stoffwindel bekleidet kuschelnd auf meiner Brust mit Decke zugedeckt.
Nicht jedes Pipi oder Kacka erwische ich. Aber ich merke es und ich denke, er weiß auch, dass ich darauf eingehe (sei es nur der kommentierte Windelwechsel). Es macht unheimlich Spaß mit ihm so zu kommunizieren. Das Pipi-Zielen muss ich noch üben. 

Off topic: Ich dachte immer, es sei so schwierig das Kindspech aus den Stoffwindeln zu bekommen. Ich habe die Windeln einfach, wie sie waren, im Windeleimer zwischengelagert. Vor dem Beladen der Waschmaschine habe ich die Flatschen mit einem Messer abgekratzt. Keine weitere Vorbehandlung, einmal Vorwäsche ohne Zusatz und dann das 60°C-Programm mit meinem Standard-Waschmittel gestartet. Ergebnis: keine Rest-Spuren und saubere Windeln.

So, wir kuscheln uns weiter stillend, schlafend und ECing im Wochenbett…

Die flopi aus der Schweiz

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Gestern hatte ich Post aus der Schweiz, genauer gesagt vom Topffit-Babyshop. Ich habe mir die flopi® bestellt.

Nun ist meine kleine Backup-Sammlung neben den allgemeinen Stoffwindeln auf drei gewachsen. Zuhause zu liegen hatte ich schon die Amsterdamer Wolwikkel und die PoPoLiNi WoolWrap.

Hier ist sie, die flopi:
flopi von vorneflopi Rückenansichtflopi geöffnet

(Das eigentliche Model lässt noch auf sich warten… Dabei blühen hier bei uns in der Gegend schon die Schneeglöckchen.)

Wer oder was ist die flopi?

Sie ist keine Windel im eigentlichen Sinne aber auch keine gewöhnliche Unterhose. Sie ist die ideale Begleiterin für windelfreie Kinder.
Wenn das Baby abgehalten wird, muss die flopi nicht ganz ausgezogen werden wie bei herkömmlichen Windeln oder Unterhosen. Man öffnet bequem mit einer Hand den hinteren Klettverschluss, während die flopi am Kind hängen bleibt. Nachdem das Geschäft verrichtet wurde, wird die flopi wieder im Rücken verschlossen. Falls nun doch eine „Panne“ geschieht, schützt die flopi Kleidung und Wäsche vor Verschmutzung, doch das Baby behält das Nässegefühl. Natürlich muss in diesem Fall die flopi sogleich ausgewechselt werden. Da sie sich ganz öffnen lässt, geschieht dies einfach ohne dass das Kind zusätzlich schmutzig gemacht wird.

Mein Mann meinte vorhin beim Präsentieren dieser Überhose: „Die sieht ja cool aus!“
Mein erster Eindruck im Vergleich zu den Wollüberhosen: Sie macht einen kleineren „Windelpo“ und ist viel weicher und anschmiegsamer.

… Wir sind gespannt auf den Praxistest.

Ein paar Worte hat mir Isabelle Jacot, der Erfinderin der flopi, zu meiner Bestellung dazu geschrieben, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Es ist für mich jeweils ermutigend die Erfahrungsberichte der Windelfrei-Mütter auf 123-windelfrei zu lesen. So sehe ich es auch, dass es nicht einfach darum geht, möglichst wenig zu verpassen, sondern dass es allen Beteiligten gut geht und wohl dabei ist. Auch wenn man nicht wirklich immer auf Windeln verzichtet oder eben „Backups“ wie die flopi verwendet. Es ist jedenfalls immer befriedigend, wenn man die Bedürfnisse der Kinder richtig versteht und darauf reagieren kann.

By the way: Happy Valentine’s Day @all!

Wie oft hat ein Baby Stuhlgang?

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Wenn man wissen will, wie häufig ein vollgestilltes Baby seinem Darm entleert, braucht man nur in gute Still-Literatur zu schauen und findet unter anderem folgendes:

Stuhlgang bei Stillkinder: 1.-3. Lebenstag: Dunkelgrün bis schwarz gefärbt, zäh und klebrig. 4.-6. Lebenstag: Farbe wird heller, gelblicher, der Stuhlgang häufiger. Ab 7. Lebenstag: Wenigstens drei bis viermal 3x3cm-große, gelbe Stühle pro Tag. (Ab der 4. Lebenswoche haben manche voll gestillte Babys nur noch sehr selten Stuhlgang, bis zu 1x innerhalb von 10 Tagen. Wenn es dem Baby sonst gut geht, es weiterhin reichlich Urin in die Windeln macht und gut gedeiht, ist das normal.)  (http://www.stillkinder.de/genug_mm.html)

Hilfreich für den Alltag ist noch etwas zu wissen: Der gastrokolische Reflex

Zwei- bis viermal pro Tag kommt es zu sogenannten Massebewegungen des Dickdarms, welche den Stuhl/Kot bis in den Enddarm transportieren. Sie treten nachts nicht auf, wohl aber morgens nach dem Aufstehen und gehäuft nach der Nahrungsaufnahme auf. Dieses wird irreführender Weise als „gastrokolischer Reflex“ bezeichnet, doch diese Bewegungsform wird nicht allein vom Magen aus gesteuert. Die Massebewegungen werden vom autonomen Nervensystem kontrolliert. Die zunehmende Füllung des Enddarms wird durch Dehnungsrezeptoren in der Darmwand erfasst, daraufhin wird über einen lokalen Reflex eine Entspannung des inneren Schließmuskels verursacht. Nun tritt der Stuhl in den oberen Analkanal ein, was eine Spannungssteigerung des äußeren Schließmuskels und das Gefühl des Stuhldrangs bewirkt. [Quelle: In jedem guten Physiologie-Buch nachzulesen]

Ich bin mir sicher, dass unsere Kleinen das sehr wohl spüren und es uns durch Unruhe anzeigen. Wie die anschließende Stuhlentleerung aus physiologischer Sicht abläuft, hatte ich schon einmal hier zusammengetragen.

Abhaltepositionen für Neugeborene

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Ich habe bis jetzt noch nie ein Neugeborenes, geschweige denn ein fremdes Kind abgehalten. Deshalb habe ich mich nochmal im Kugelbauchendspurt schlau gemacht…

Also TopfFit! von Laurie Boucke zur Hand genommen!

Laurie nennt auf Seite 43 die wichtigsten Punkte, die man beim Abhalten beherzigen sollte:

  • Die Position ist bequem, sicher und entspannend.
  • Nacken, Köpfchen und Wirbelsäule sind gut gestützt.
  • Die Umgebung ist warm, sauber und friedlich
  • Die Einstellung und Stimmung ist positiv.

Sie beschreibt für den Einstieg die Im-Arm-Variante (ebenfalls S. 43):

Lass ein Neugeborenes flach auf dem Rücken auf deinen Unterarmen liegen, während der kleine Kopf deinen Brustkorb oder deinen Bauch berührt. Halte bei beiden Positionen die Oberschenkel des Babys in den Händen, leicht geöffnet, während du mit deinem Baby über Waschbecken oder Toilette „zielst“.

Davon sind generell viele Abwandlungen/Varianten möglich, sofern die oben genannten Punkte beachtet werden.

Nicola hatte 2011 schon einmal einen Blogeintrag zu Abhaltepositionen geschrieben und schöne Fotos mit ihrer Vortragspuppe dazu gemacht.
Bei TopfFit.de findet man unter Wie kann ich mein Baby in einer bequemen Position bei seiner Ausscheidung halten? gute Illustrationen.

Welche Abhalte-POSITIONS-erfahrungen habt Ihr in den ersten Lebenstagen gemacht?

Stoffwindel versus Wegwerfwindel II

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Bilder sind oft unschlagbar!

Schaufenster - Stoffwindeln vs WWW

The Giggling Green Bean: Have you seen our new window at Tennyson? It’s stopping passersby. We’ve already had people tell us they are going to try cloth diapers because our window is so compelling!

(über facebook geteilt von Tragzeit Bindungsorientierte Elternbegleitung – Danke!)

Als eingespieltes Windelfrei-Team kann man bestimmt mindestens die Stoffwindelmenge halbieren. … ich bin ja schon sooo gespannt, was ich bald von uns berichten kann…

Omas Erfahrungen

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Das letzte Adventswochenende habe ich mit meiner kleinen Familie bei meinen Großeltern verbracht. Nebenbei habe ich von meinem Vorhaben, mein Bauchkind ab Geburt abzuhalten, erzählt.

Wie meine Oma so ist, hält sie nicht mit ihren Erfahrungen und Meinungen hinter dem Berg…

Sie selbst hatte all ihre vier Kinder (in den 60er Jahren) schnell trocken. Besonders ihre drei Januarkinder. Ab Mai – Juni trugen diese nur noch Schlüpferchen. Ihr Spätsommerkind brauchte länger, weil das Abhalten im Herbst und Winter aufgrund der Kleidung und der Witterung draußen nicht so einfach ist.
„Rückfälle“ gab es eigentlich nur bei Krankheit und dann dauerte es manchmal bis zu vier Wochen, bis es keine Unfälle mehr gab. Meine Oma hatte damals weder Waschmaschine noch Schleuder. Es war sehr mühselig. Das Windelnwaschen brachte sie öfters an das Ende ihrer Kräfte.
Generell war es ein normales Bild, wenn man sein Baby mal schnell unterwegs am Rinnstein abgehalten hat.

Omas Empfehlung für mich: Das Abhalten erst nach 6 Wochen beginnen, früher ist es für so ein Babyrücken nicht gesund. (Oma!!! ) Dafür soll ich aber in der ersten Zeit das Baby viel nackig unten herum auf einem Handtuch frei strampeln lassen.

Jetzt bin ich neugierig: Was empfehlen Eure Omas?

Mein Windelfrei-Schatz

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Eigentlich wollte ich heute über „Wie viel kackert ein Baby?“ bloggen, doch leider bin ich dazu noch nicht zum ausführlichen Recherchieren gekommen.

Deshalb will ich heute einfach nur meine Freude mit Euch teilen…

Zu meiner größten Überraschung zauberte meine Mama am dritten Advent eine Ladung Stoffwindeln hervor, mit denen wir Kinder (drei an der Zahl) gewickelt wurden.

Windelfrei-Schatz

… somit habe ich jetzt ein Sortiment aus 11 Mullwindeln, 6 ca. 40×40 cm kleine und 4 ca. 80×80 cm große dickere Baumwollwindeln mehr, die ich als Backups, Einlagen oder Unterlagen verwenden kann.

Wunder Babypopo

In der medizinischen Fachsprache auch als Windeldermatitis bekannt. Sie zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen im Säuglings- und Kleinkindesalter, welche besonders zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat auftritt, also oft nach dem Abstillen beziehungsweise zum Zeitpunkt der erweiterten Beikosteinführung. [1] Bis zu 50% der Kinder leiden mindestens einmal in ihrem Leben daran. [2] Wunder Babypopo weiterlesen

Wie viel pinkelt ein Windelfrei-Baby?

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Wer mag Zahlen und Fakten?

Kaum jemand weiß zum Beispiel, wie viel in so einen Magen eines Neugeborenen passt. So wird häufig bei einem noch nicht 48 Stunden alten Baby gern mal auf einer Wochenbettstation nach einem Fläschen gerufen, weil das Kleine doch noch so unruhig ist und die mütterliche Brust scheinbar nicht ausreicht. Aber passt ein 100 ml-Fläschen in ein 10-20 ml fassenden Magen?

Wie sieht es mit Babys Pipi und einer Wegwerfwindel aus? Die Fassungsmenge der Blase eines 2 Wochen alten reifen Neugeborenen beträgt circa 25 ml und davon verbleiben bei einer Entleerung noch gute 8 ml in der Blase [1]. Um die 17 ml pro Pipi und dann eine Windel mit megasuperduper Absorbiersystem?! Passt das zusammen? Im Laufe des ersten Lebensjahres steigert sich das Blasenvolumen: 3 Monate altes Baby etwa 28 ml, 6 Monate auf 35 ml, 9 Monate auf 38 ml und 12 Monate 40 ml. Dabei nimmt die Restharnmenge eines Windelfrei-Babys zum 9. Lebensmonat auf kleiner 1 ml ab [1].

Blasenfüllung eines Babys

Interessant dabei ist, dass nicht abgehaltene Windel-Kinder – der Durchschnitt der westlichen Babys – die vollständige Blasenentleerung erst mit dem späteren Zeitpunkt des Töpfchentrainings beherrschen. Das ist ungefähr mit 27 Monaten der Fall [1].

Wie häufig entleert sich so ein Baby? Im ersten Lebensjahr pullern bis zum Ende des sechsten Lebensmonats vollgestillte Babys in einem 4 Stunden Beobachtungszeitraum im Schnitt dreimal. Nur um den dritten Lebensmonat ist es mit viermal pinkeln in 4 Stunden häufiger [1]. Laurie Boucke schreibt dazu: „Viele Babys urinieren in einigermaßen regelmäßigen Abständen. Zum Beispiel kann es sein, dass Neugeborene und sehr junge Säuglinge nach einer Mahlzeit ein paar Mal aller 5 bis 15 Minuten pinkeln. Ein drei Monate altes Baby macht vielleicht nach dem Stillen drei oder vier Mal alle 15 bis 20 Minuten, dann mag sich der Abstand erhöhen auf 30 Minuten, oder vielleicht muss das Baby auch nur einmal nach 30 Minuten und dann nicht mehr, bis es wieder etwas zu sich nimmt.“ [2]

[1] Development of bladder control in the first year of life in children who are potty trained early.  Duong TH, Jansson UB, Holmdahl G, Sillén U, Hellstrom AL. J Pediatr Urol. 2010 Oct;6(5):501-5.
[2] TopfFit!. Laurie Boucke. Seite 40

Windelfrei-Checkliste

… mit einem Aussetzer und einer kleinen Verspätung hier nun wieder die …

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Die verbleibenden Schwangerschaftswochen sind nun schon im einstelligen Bereich. Es wird Zeit die Babysachen des großen Tochterkindes zu sichten…

Was ist Windelfrei-tauglich, was nicht?

TOP: Zweiteiler – also Höschen und Shirt separat, lange Söckchen, Babylegs

GEHT SO: unten aufknöpfbare Strampler, Bodys

FLOP: Einteiler wie Strampler

Was brauche ich noch?

Hier orientiere ich mich an der Windelfrei-Checkliste vom mokoshop:

Neugeborenes Baby
im Sommer:
* eine Schüssel zum Abhalten, mit Bezug
* Stulpen
* Babygown oder T-shirts
* Windelfrei-Unterlagen oder waschbare Wickelunterlagen
* Matratzenschutz
* Autositzeinlagen
* Back-up System (Windelersatz) – MokoMini Windelgürtel oder MokoMidi windelfrei Überhose
* Einlagen
* Baumwolldecke oder Wolldecke
* „Windelsack“ für einen pannenfreien Transport des Töpfchens
im Winter:
* wie oben, dazu noch:
* Splitpants oder GenaPants
* Windelfrei-Overall

So sieht dann meine bis jetzt gedachte Liste für ein spätes Winterkind aus:

Was würdet Ihr für den Windelfrei-Anfang mit einem Neugeborenen empfehlen?

Lies auch hier: Neugeborenes im Haus – Tipps und Ideen