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Mittwochs-Neujahrs-Mantra: Plane jetzt

Das neue Jahr hat angefangen! Gute Vorsätze? Neue Ziele? Träume, Wünsche, Neuanfang? Jetzt!

Mich fragen immer wieder Leute:
Wie machst Du das, sovieles zu Verwirklichen, soviel zu organisieren? Die Antwort ist einfach: a) ich habe noch nie etwas so gerne gemacht wie das Blog, die Kurse und die Camps; und b) ich plane.

Was immer ihr euch von 2013 wünscht, mein Mantra für den Jahresanfang ist entsprechend: Plane jetzt.

Drei Schritte, damit ihr das, was ihr euch vornehmt und wünscht, auch umsetzen könnt: Mittwochs-Neujahrs-Mantra: Plane jetzt weiterlesen

Artgerecht Camps: Nähe statt Nutella

„Was macht ihr denn da in den Artgerecht Camps?“ Wir machen Programm. Aber was wir wirklich machen, was wirklich passiert, ist schwer zu beschreiben. Ich will für alle, die noch nicht dabei waren, in ein paar Postings eine Antwort versuchen, die den Camps gerecht wird

Wir machen natürlich neben unseren Attachment-Parenting-Seminaren viel Wildnis-Sachen (Feuer, Drillbogenfeuer, Schüsseln brennen, Wahrnehmung etc.), aber es ergeben sich auch einfach durch das Setting Dinge, die man in kein Programm schreiben kann.

Der Punkt, den ich heute aufgreifen will, betrifft Nutella.
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Montags-Mantra: Delete, Delegate, Record or do.

Die Inbox ist zu voll? Deine To-Do-Liste auch? Vielleicht hilft diese einfache Regel:

Löschen. Delegieren. Aufschreiben. Oder machen.

Und zwar in dieser Reihenfolge. Die meisten Dinge können wir einfach löschen – aus der Inbox oder von der inneren Liste.

Ja, es wäre schön, wenn mal jemand die Backopfenabdeckung abschrauben und innen säubern würde. Aber ist das lebensnotwendig? Verändert es unseren Alltag zum Besseren? Macht es die Kinder gesund und glücklich? Nein? Okay:

Löschen.

Ja, es wäre schön, wenn mal jemand Speisekammer aufräumen würde, bevor sie lebendig wird und in Form von kleinen Tierchen rausgekrabbelt kommt. Wer könnte das erledigen? Der Angetraute, die Oma, die Schwiegermutter, die beste Freundin? Auch andere Leute können Haltbarkeitsdaten lesen! Derartiges lässt sich wunderbar…

…delegieren.

Ja, es wäre schön, der Tante in Amerika mal wieder einen Brief zu schreiben. Schöne Idee. Macht alle glücklich – die Kinder, wenn sie mitschreiben dürfe, die Tante, das innere Gewissen. Okay, dann

aufschreiben und auf den Zettel schauen, wenn ein Zeitfenster und genug Energie da ist.

Ja, es wäre klasse, wenn heute Abend schon eine Suppe fertig wäre, wenn wir vom Spielplatz kommen. Keiner da, ders machen kann? Aufn Zettel schreiben macht nicht satt? Okay,

tu es – bereite es jetzt vor.

Du wirst heute Abend froh drum sein.

Löschen, Delegieren, Aufschreiben oder tun. Geht mal eure inneren Listen durch. Und mein Tipp: Löschen ist immer die favorisierte Lösung, auch dann bleibt noch genug zu tun.

Montags-Mantra: Lobt einander! (Coming-Out)

Loben ist ja derzeit tooootal verpönt. „Du LOBST Dein Kind???“ werde ich gefragt, als ginge es um eine völlig überholte, schädliche Erziehungsmethode aus dem Mittelalter. Und es stehen ja meine eigenen Artikel bei urbia.de (Kinder richtig loben) und in der Süddeutschen Zeitung Online (Loben lernen) zur Frage, wie schäääädlich Lob sein kann. Aber wißt ihr was? Der Anti-Loben-Fundamentalismus, der daraus in einigen Kreisen gemacht wird, ist völlig unnötig.

Also hiermit mein öffentliches Coming-Out: Ja, ich lobe mein Kind! Und meinen Partner. Und meine Mutter. Und meinen Papa. Und meine Freunde. Und meinen Bäcker. Und den Buchhändler unten im Haus. Und die freundliche Verkäuferin im Bioladen. Und jeden, der sein Rad so anschließt, dass meins auch noch daneben passt.

Warum? Weil Lob auch gut sein kann.

Steht auch in meinen Artikeln. Es ist nämlich wichtig, WIE wir loben und WARUM. Schädlich ist es, soziales Verhalten durch Lob zu kontrollieren: „Jetzt sei ein braaaves Kind und teile die Spielsachen, braaaav, gut sooo.“ Schädlich ist es, ein Kind mit Lob zu erpressen: „Na klar schaffst Du das, das machst du doch sooo toll, los, kletter noch höher!“ Schädlich ist es, ein Kind mit Lob loswerden zu wollen: „Tolles Bild. Mal noch eins. Ich muss arbeiten.“

Ein aufrichtiges, konkretes, zielfreies Lob hingegen ist eine gute Sache. „WOW! Die Katze auf dem Bild kann man richtig gut erkennen! Das gefällt mir total gut!“

Und auch sonst tut es in meinem Umfeld ALLEN Menschen gut zu hören, was an ihnen gut ist (zumindest in unserer Kultur, in der wir derzeit aufwachsen und leben.).

Ich mag deine aufrichtige Art. Ich bin dankbar dafür, dass Du mir so aufmerksam zuhörst. Ich freue mich jedes Mal, wenn Du Gitarre spielst. Ich liebe deine Linzer Torte. Ich bin so froh, dass ich Dich immer anrufen kann. Es tut so gut, dass du mir klar sagst, wenn ich auf dem Holzweg bin…

Ihr seid so aufmerksame, kommunikative, kluge Blogleser – ich bin unsagbar glücklich, dass ihr da seid.

Montags-Mantra: Wenn ich nur darf…

Heute ein Montags-Mantra für Windelfrei-Streikphasen. Ich habe es am Wochenende bei der Ausbildung zur AFS-Stillberaterin an einer Kita-Wand gesehen und euch mitgebracht:

Wenn ich nur darf,
wenn ich soll,

aber nie kann, wenn ich will,
dann kann ich auch nicht,
wenn ich muss.

Wenn ich aber darf,
wenn ich will,
dann kann ich auch,
wenn ich muss.

Denn merke: Die können sollen,
müssen auch wollen dürfen.

Johannes Conrad (Philopsoh)

Ich habe es, glaube ich, schon 15 mal gelesen und jedes Mal fällt mir ein neuer Aspekt auf. Und es passt sehr auf Windelfrei und die Phasen, in denen unsere Kinder „verweigern“, weil sie einfach selbstständig werden.

Dann wollen sie nämlich nicht, wenn sie sollen, sondern nur wenn sie wollen. Und wenn wir ihnen das lassen und sie einfach wollen dürfen, dann kooperieren sie nach dieser Phase auch wieder und wollen, wenn wir wollen bzw. glauben, dass sie (mal) müssen. Mit diesem Gedanken bekommt für mich „Streik“ eine neue Qualität… wie eine Blume, die bei genauem Hinsehen auch dann schön ist, wenn sie schon welkt.

Montagsgruss von eurer
nic

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Montags-Mantra: Schreibe und bete.

Es gibt Dinge, die ich immer, immer, immer wieder mache. Und mich jedes Mal drüber ärgere.
Den Schlüssel verlegen, falsch parken, zuviel Nutella essen, den Müll nicht perfekt trennen, die Kleine nach dem Aufstehen nicht nochmal abhalten…und das sind nur die weniger dramatischen. Wenn es um meine Kids geht, dann bin ich strenger und vor allem völlig genervt, wenn ich immer wieder Dinge tue, die ich mir schon längst abgewöhnt haben wollte.

Aber wie neue Wege gehen? Ich habe zwei Techniken, die mir gut helfen.

1. Schreiben.
Ja, ich weiß, wir haben alle keine Zeit. Aber Schreiben hilft. Aus dem Buch von Julia Cameron „Weg des Künstlers“ lernte ich die Technik der Morgenseiten. Jede Morgen drei Seiten schreiben, einfach was euch in den Kopf kommt, wie es euch geht. Wenn es keine drei Seiten werden, schreibt eine. Oder eine halbe. Egal. Wichtig ist, dass ihr es täglich macht. Es ist unmöglich, sich über Wochen hinweg bei sich selbst jeden Tag über die gleichen Dinge zu beschweren. Irgendwann ändert ihr es einfach.

2. Beten.
Ja, ich weiß, total altmodisch. Hilft aber. Jeden Abend vor dem Schlafengehen zum Beispiel kurz: „Liebe/r/s wasimmerihrglaubt, danke für …. washeutetollwar….bitte gib mir die Kraft, morgen…. wasimmerihrbraucht. Schlussformel“

Bei mir klingt das dann zum Beispiel so: „Liebe Kraft da draußen, danke, dass wir heute warme Sonne, so leckeres Essen und lieben Besuch hatten. Bitte gib mir die Kraft, morgen beim nächsten Geschwisterstreit nicht sofort einzugreifen, sondern zu warten, ob sie es selbst lösen können. Bitte gib mir die Geduld zu warten. Das Vertrauen, zu schweigen. Die Kraft, mich zurückzuhalten. Danke.“

Ebenfalls unmöglich, sich das jeden Abend zu sagen und es dann nicht auch irgendwann so zu machen.

Wie macht ihr das? Ähnlich? Noch ganz anders?

Montagsmantramontagsgruss,

back in town,
eure nic

Abhalten nachts-Tip für Jungsmamas

Machen wir uns nix vor: Wir können unsere Babys nicht nachts aus der Hängematte halten und auf den Lehmboden machen lassen. Ist einfach so. Daher gibt es viele Ideen, wir man trotzdem auch nachts den Kindern die Möglichkeit geben kann, ihre Bedürfnisse mitzuteilen und sich zu erleichtern.

Also was tun? Es gibt hier ein paar Postings zu Nachtlogistik (Halbwindel-Nächte und detailliertes So-Geht’s und geht natürlich nur im sicheren Familienbett). Dennoch bleibt das Problem, dass man nachts den Topf oder was immer treffen muss. Gerade bei Jungs kann das zu einer Herausforderung und nassem Bett führen. N. hat dafür eine ganz grandiose Lösung gefunden, die ich euch nicht vorenthalten will:

„Nachdem ich jetzt noch schnell bei dir im Blog nachgelesen hab und entdeckt hab, dass du fürs Nachtpinkeln bei Jungs das Asia empfiehlst, hier meine „Methode“.

Ich verwend für L. nachts eine Pinkelflasche – nichts extra Gekauftes, nein ein leeres Schlagobersfläschchen vom Hofer (zu deutsch: ein leeres Sahne-Fläschchen vom Aldi)

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Der Grund dafür: Über sämtliche andere Gefäße hat er immer „drübergeschossen“ und mit dieser Flasche klappt es super. Der Rand ist nicht so scharf, dass es ihm weh tut ich kanns geschickt in der Hand halten und ihn dabei auf dem Schoß/im Arm stillen. Glücklicherweise fängt er nicht zu schieben an, wenn er groß muss – irgendwie gibt er mir das immer sehr deutlich zu verstehen, sodass er mir noch nie auf den Schoß gem** hat.

Pinkelflasche wird ins Töpfchen ausgeleert, sodass sie für den nächsten nächtlichen Einsatz bereit ist (das war auch eine Lernerfahrung, mir ists nämlich mal passiert, dass ich ihm das Fläschchen mit kalt gewordenem Lulu beim Versuch ihn abzuhalten drübergeleert hab. Mahlzeit.)

Haltung: L. ist es gewöhnt, dass ich ihn beim Abhalten auf den Oberschenkeln stütze. Also muss ich das auch nachts tun: Er sitzt auf meinem Schoß, in den linken Arm gelehnt, am linken Busen stillend. Mein linker Arm umfasst also seinen Rücken und die Hand hält dann seinen linken Oberschenkel. Mein rechter Arm stützt seinen rechten Oberschenkel und die Hand führt das Fläschchen zum Ort des Geschehen.“

Ein Bild hat sie auch gemacht für uns:

Foto

Großes Kino, Danke N.!!

((„Warum lässt man sie nicht einfach in die Windel machen??!“ fragt sich manche geneigte Mama jetzt vielleicht.

Weil a) die Kinder dann genau das lernen: Nachts mach ich einfach los. Dauert lange, ihnen das wieder abzugewöhnen (bei manchen bis ins fünfte Lebensjahr hinein, es erzählt euch nur keiner!)

Und weil b) viele Kinder besser schlafen, wenn sie sich erleichtern dürfen. Denn sie machen offenbar instinktiv (?) sehr lange erstmal nicht ins Bett, wälzen sich herum, stöhnen, jammern, strampeln, weil die Blase voll ist. Und erst wenn es gar nicht mehr geht, lassen sie laufen und schlafen dann entweder weiter oder sind gerne auch mal wach. Viele Mütter berichten übereinstimmend, dass ihre Kinder zwischen 4 und 5 Uhr morgens unruhig werden. Werden die Kinder abgehalten, schlafen sie bis 7 oder 8 weiter. Werden sie nicht abgehalten, sind sie um 6 Uhr wach – und die Windel ist voll.))

Artgerecht-Treffen: Vortrag Lotusgeburt

Beim letzten Artgerecht-Treffen hatten wir das Glück, einen spontanen Vortrag zum Thema Lotusgeburt von K., ergänzt von J. und M.. zu bekommen.

Lotusgeburt? Sind das diese Leute, die das Baby nach der Geburt nicht abnabeln? Genau die.

K. erzählte detailliert, wie so etwas abläuft und worauf man achten muss.
Die Lotusgeburt ist wegen der Infektionsgefahr bei Ärzten angeblich nicht beliebt: Wenn die Plazenta nicht am Verwesen gehindert wird, können Keime durch die Nabelschnur zum Neugeborenen gelangen (EDIT: Das war die Angst des Papas, der Arzt ist, aber offenbar trocknet die Nabelschnur so schnell ein, dass da nix passieren kann /EDIT). Andererseits habe ich auch gefunden, dass es die Infektionsgefahr verringert. *seufz*. Mediziner, anyone? Christina?

Bei der Lotusgeburt wird dem entgegengewirkt, indem die Plazenta nach der Geburt erst 12 Stunden gewässert und anschließend gepökelt wird. Wir haben von K. gelernt: Die ersten 12 Stunden gut wässern und dann mit grobem Salz pökeln (nicht mit Meersalz, ist selbst zu feucht). Salz sofort wechseln, wenn es feucht wird (K. sagt: anfangs alle 2 Stunden).

Bei K. hat das einwandfrei funktioniert, der Nabel fiel nach 6 Tagen ab. Bei M. war nach 10 Tagen die Plazenta, die ungewöhnlich groß war, immer noch feucht und sie schnitten durch. Bei J. wurde die Plazenta nur 1x täglich neu gepökelt, fing nach kurzer Zeit an zu riechen und wurde dann auch abgenabelt. K. berichtete, dass ihr Neugeborenes jedes Mal reagierte, wenn man auf die Plazenta neben ihm drückte, auch noch lange nach der Geburt.

Der Hintergrund des Ganzen ist,, dass eine Frau mit Namen Lotus gesehen habe, das die Aura des Kindes unter Stress gerate, wenn abgenabelt wird. Im Netz fand ich dazu dies hier. Fotos dazu gibt es hier. Eine detaillierte Anleitung bei Greenfamily.

Danke an euch drei, spannend, mal live zu hören, wie es bei euch war!

Und es ergeben sich so viele Fragen: Die meisten Säugetiere, von denen ich weiß, beißen die Nabelschnur durch und fressen die Plazenta auf. Frage: Warum ist bei uns eigentlich das Problem, dass die Nabelschnur weiterblutet und abgeklemmt werden muss? Ist das bei anderen Tieren auch so? Wie ist das bei Affen? Wie machen Naturvölker das? Weiß jemand was darüber?

Wildnis-Camp-Effekte

Unser Besuch im Wildnis-Camp hat bleibenden Eindruck hinterlassen.

Am Spielplatz werden Tipis gebaut.

Tipi

Mein Sohn spielt mit anderen Kindern in der Natur draußen plötzlich nicht mehr nur „DAS IST ABER MEIN STOCK!“ und „DU DARFST ABER NICHT MITSPIELEN!“, sondern sie spielen „Wir sind ein Clan“ – sie geben sich einen Clan-Namen (die Wilden Kuckucke) und einen Clan-Ruf („Kuckuck!!“) und wenn einer mitspielen will, wird der Art einberufen, der Redestab herumgegeben und beraten. Ich liebe es.

Und auch zu Hause sitzen die Playmobil-Menschen jetzt ums Feuer

Lagerfeuer

und jede Baumrinde, jede Nussschale wird zum Teller.

Playmobil-Lagerfeuer

Ui, ich freu mich so aufs Artgerecht-Camp!!!