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Linda Palmer: "Wissenschaftler unterstützen AP!"

Vorgestern habe ich Linda Palmer, Autorin von Baby Matters zu einem Interview getroffen! Linda ist Expertin für Baby-Ernährung, hat mehr wissenschaftliche Artikel über Babypflege gelesen, archiviert und analysiert als irgendwer, den ich kenne, und hat ihr Wissen zu einem Buch verarbeitet, das demnächst in der dritten Auflage erscheint und in den USA bereits ein Standardwerk zum Thema Attachment Parenting ist.

LindaPalmer

Sie sagt nach mehreren Jahren Recherche: „Meine größte Entdeckung war, dass die Wissenschaft das „Natural Parenting“ unterstützt!“

Außerdem sprachen wir über ihr Spezialthema: Kuhmilch und die Folgen, außerdem um die Frage, ob man Milchersatznahrung auch selbst herstellen kann, Stress durch Schreienlassen und Tipps und Tricks rund ums Attachment Parenting.

Wo? Hier – sobald ich die Kamera den Mac angeschlossen kriege!

US-Eltern-Magazin: FitPregnancy

Im Supermarkt in NY habe ich ein Elternmagazin erstanden, das ich jetzt durchgelesen habe: FitPregnancy.

Fitpregnancy Issue

Ich war vom Titel her eingestellt auf ein eher konservatives Diät- und Problemzonen-Magazin für werdende Mütter, und bin total überrascht: Es gibt nicht nur wirklich praktische Tipps für schwangere Frauen, es werden auch Co-Sleeping, Stillen und Tragen propagiert! Okay – Tragen mit Baby-Björn und Kind nach vorne, aber egal, Tragen als probates Mittel gegen Babyspeck bei Mama ist grad hoch im Kurs. Außerdem Co-Sleeping für einfacheres Nacht-Stillen und überhaupt wird Stillen für all seine guten Eigenschaften gelobt: Bessere Gehirnentwicklung des Babies, Immunsystem-Booster, weniger Übergewicht-Risiko bei Mama etc. pp.

Und natürlich gibt es eine Seite, auf der man nachschauen kann, welche Stars gerade schwanger sind oder ein Baby bekommen haben :).

Weisheiten übers Stillen

Las Vegas (Wiki und Website)! Las Vegas, Spielhölle in der Wüste von Nevada, Monsterstadt inmitten eines großen Nichts aus Sand und kleinen Büschen, ein Meer von Leuchtreklamen, Motels, Autos und Spielsüchtigen?

Las Vegas! Auch in Las Vegas leben Familien. Las Vegas ist Heimat des „Birthyear Network„, einem Zusammenschluss von Eltern, die dem Naturalchild-Netzwerk nahestehen. Weisheiten übers Stillen weiterlesen

Trage-Werbung in NY

Im Whole Foods-Store im Time Warner Center am Columbus Circle in New York.

Ich stehe mit dem schlafenden Kind in der Manduca vor dem Bauch völlig überfordert vor dem Regal mit Babynahrung und suche Reisschleim für meinen kleinen Schonkost-Patienten. Obwohl ich extra im Wörterbuch nach der passenden Vokabel geschaut habe („Rice-Gruel“ meint LEO), haben mich bisher alle Verkäufer nur verwirrt angesehen und mir Instant Oatmeal, eine Art Haferbrei, zu verkaufen versucht. Jetzt stehe ich also hier ganz alleine vor dem großen Regal, in dem alles großartig bio, aber irgendwie nichts Reisschleim ist.

Eine Asiatin kommt hinzu und bietet Hilfe an. Dankbar nehme ich an. Ihr Sohn ist circa neun Monate alt und sitzt im Bugaboo, während wir nun gemeinsam die Regalreihen durchgehen. Aber es ist nichts zu machen. Alles vom Butternuß-Kürbis-Gläschen bis zum Bio-Organic-Rice-Cracker, aber kein Reisschleim. Schließlich geben wir beide auf und ich will gerade weitergehen, als ihr Baby anfängt zu greinen und sie den Kleinen ohne zu Zögern auf den Arm nimmt.
Ich freue mich, lächle und kann mir den Öko-Mama-Kommentar nicht verkneifen:
„Yeah, that’s the best place!“
Sie hingegen schaut schuldbewusst, und erklärt sich sofort:
„Well, I try not to do it too often, I am always scared he might get used to be carried around.“
„But that’s what they’re designed for!“ sage ich, doch sie verzieht nur das Gesicht als wollte sie sagen, jaja, aber der Charakter, der Charakter.

Schade, denke ich, eigentlich nimmt sie ihn instinktiv auf den Arm, glaubt aber gleichzeitig, dass sie damit seiner Erziehung schadet und versucht daher, es „nicht zu oft“ zu tun. Dabei ist es ja das Beste, was sie machen kann. Aber Sätze, die beginnen mit „Es gibt Studien, die belegen…“ sind am Supermarktregal total fehl am Platze. Und wer bin ich denn schon? Eine Fremde im Whole-Foods, mehr nicht.

Aber dann denke ich mir, hey, ich bin doch nicht erst seit gestern (sondern schon seit vorgestern ;)) hier und habe meine Hausaufgaben gemacht. Das heißt: Ich habe bereits einige Blicke in Müttermagazine und Frauenzeitschriften geworfen sowie sämtliche Cover am Newsstand gescannt, und das gibt mir eine Ahnung, worauf es in den USA ankommt. Ich versuche mein Glück:
„And being carried is best for their brains, too“. Jetzt bin ich gespannt. Ist das ein zugkräftiges Argument? Frühförderung ist in den USA wahnsinnig hip und Leistung sehr wichtig.
Und siehe da: Ihr Gesicht hellt sich sofort auf, sie hebt die Augenbrauen, öffnet die Augen, öffnet den Mund und ruft:
„Really? Oh, that’s goood!“ und sie lacht ihren Sohn an und drückt ihn fest an sich, „so carrying is good for him? That’s great! That’s interesting!“
Ich lächle freudig, wir verabschieden uns und sie trägt ihren Kleinen weiter durch den Laden, den Bugaboo mit einer Hand schiebend.

☺ Selbst wenn sie ihn fünf Minuten später wieder hineingesetzt hat, ihr Lächeln und ihr erleichterter, freudiger Blick haben mich so gefreut – she made my day..

Born in the USA!

Ein Buch!

Ein Buch soll geboren werden. Rund um Stillen-Tragen-Windelfrei. Und da man zu Hause ja zu nix kommt, werden wir drei Monate in die USA fahren – Mann und Kind an den Strand, meine eine hinter den Computer. Das Blog fährt mit.

Zusätzlich sind wir verabredet mit Meredith Small (Our Babies, Ourselves), Jim McKenna und Laurie Boucke (Topffit!).

Let’s go West.

Freiburger Säuglingsstudie

Fundstück von heute: Die Freiburger Säuglingsstudie und das Buch, das daraus wurde. Ein Puzzle-Teil zum Thema biologisch korrekter Umgang mit Säuglingen.

Zitiert hier:

Baby ruhig mal brüllen lassen ist kein guter Ratschlag

Babys, deren Eltern sofort auf das Schreien ihres Kindes reagieren, sind insgesamt friedlicher. Das ist ein Ergebnis der Freiburger Säuglingsstudie unter Leitung von Dr. Joachim Bensel von der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen in Kandern. 103 Mütter berichteten für die Studie in mehreren Protokollen über das Verhalten ihres Kindes in den ersten drei Lebensmonaten. Wie das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ berichtet, kam heraus, dass Babys, deren Mütter spät oder gar nicht auf Schreien reagierten, wesentlich unruhiger waren und im Durchschnitt eine halbe Stunde länger pro Tag weinten. Den Ratschlag vermeintlich Erfahrener, Säuglinge ruhig einmal brüllen zu lassen, sollten Eltern deshalb besser ignorieren.

Zitat aus dem Waschzettel des Buches:

Was sind die Ursachen für die frühe Säuglingsunruhe? Wie viel Schreien ist normal für eine gesunde Entwicklung? Ein Blick in traditionale Kulturen, bei denen kindliche Unmutslaute nur selten zu hören sind, stellt die Normalität der in westlichen Kulturen üblichen Schreimengen in Frage.
Das Ziel der Freiburger Säuglingsstudie war es, Unterschiede in den Betreuungspraktiken zwischen stammesgeschichtlich ursprünglicheren Bevölkerungsgruppen und unserer modernen westlichen Welt herauszuarbeiten und diese auf ihre Bedeutung zur Entschlüsselung der frühen Säuglingsunruhe zu prüfen. Die Auswertungen zeigen, dass sich ein Teil des Schreiens durch kulturabhängige Betreuungsbedingungen erklären lässt.

Muss unbedingt besorgt werden.

Und gleich daran die Frage: War jemand auf diesem Workshop?

Symposium:
„Der Säugling – Bindung, Neurobiologie und Gene
Grundlagen für Prävention, Beratung und Therapie“

Samstag, 2. Dezember 2006, 09.00 Uhr – 18.00 Uhr, Sonntag, 3. Dezember 2006, 9.00 Uhr – 14.00 Uhr im Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität München, Geschwister-Scholl-Platz

Wenn es Unterlagen gibt, würde ich wahnsinnig gerne mal reinschauen.

Simplify your…holiday III – Reaktionen und Fazit

Windelfrei im Urlaub, das heißt: Abhalten unter Palmen, am Strand zwischen den Mangroven, aber auch im Hotel vom Tisch aufstehen oder in der Stadt ein Cafe suchen.

Zu den Reaktionen: Von den Einheimischen wunderte sich niemand. Zwar sah ich eine Menge Babies und Kinder mit Windeln (meine geplante Fotoserie „Windelfrei im Ausland“ musste ich daher leider verschieben), aber ich erfuhr auch, dass es usus sei, den Kindern unterwegs Windeln anzuziehen und daheim ohne zu lassen. Über meinen Kleinen und unser Abhalten jedenfalls wunderte sich niemand. Mich sprach nur einmal jemand an, wie unhygienisch es doch sei, dass man in Europa die Kinder so häufig und so lange in Windeln lasse – eine Meinung, die ich immer wieder in Reiseberichten gelesen hatte. Simplify your…holiday III – Reaktionen und Fazit weiterlesen

Biologie+Kultur= Erziehung

Wie geht man eigentlich „richtig“ mit Babies um? Die Verhaltensforscherin Meredith Small von der Cornell University in den USA widmet ihre Arbeit der Frage, wie verschiedene Kulturen mit Babies umgehen und ob es die
„richtige“ Säuglingspflege gibt. Ihre These: Jede Kultur glaubt, dass sie das richtige tut und tut dabei das, was ihren Erziehungszielen entspricht. „Richtig“ wäre es nach Smalls These, das zu tun, was die Kinder von ihrer evolutionären „Programmierung“ her „erwarten“.

In einem Interview mit MedicineNet erläutert Small die Ergebnisse ihrer Forschung.

Demnach sind die meisten Dinge, die Kinder wirklich brauchen, aus Sicht der Verhaltensforschung ganz einfach und kostenlos: Wir sollten ein weinendes Baby immer sofort auf den Arm nehmen, es bei uns schlafen lassen und uns von niemandem sagen lassen, was wir zu tun haben, sondern auf uns selbst hören.

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OT: Alle wissen es besser!

Mich rief letzte Woche eine Freundin auf dem Mobiltelefon an. Ich war gerade genervt. Sie hörte es und fragte nach dem Grund. Ich sagte ehrlich „ich halte gerade das vierte Mal mit dem Auto an, weil er weint, es ist einfach zu heiß für ihn, aber ich würde halt auch gerne mal am Ziel ankommen“. Wir hatten für eine 50 Minuten-Strecke zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als zwei Stunden gebraucht.

Auf diese Steilvorlage hin bekam ich, was ich verdient hatte: „Den würde ich mal schreien lassen…einfach mal durchziehen…du ziehst einen kleinen Tyrannen groß…bei unseren Katzen haben wir das auch mal so gemacht…“

Ich war völlig vor den Kopf gestoßen. Ich sollte meinen 6 Monate alten Säugling bei 34 Grad im Schatten in einem Auto ohne Klimaanlage eine Stunde lang in der heißen Babyschale schwitzen und herzzerreißend weinen lassen, nur weil ich endlich irgendwo ankommen will? So kannte ich sie gar nicht! Wie konnte sie so etwas auch nur denken? Mir war, als müsste ich gleichzeitig losweinen und schreien, hilflos stammelnd beendete ich kurz darauf das Gespräch.

Und dann dachte ich nach. Und dann fing ich an zu suchen.

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Zum Lesen, Schmökern, Lachen – Literatur und Geschenkideen

Links:

Websites
http://www.topffit.de
Windelfrei bei den Rabeneltern
http://www.continuum-concept.de/pottydeutsch.htm
http://www.windelfrei.at/faq.htm
http://www.ohne-windeln.de/index.php
http://www.attachment-parenting.de/baby/topffit_faq.htm

Foren:
http://community.rabeneltern.biz/board.php?boardid=71
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewforum.php?f=21

Mailinglistebei Yahoo
http://de.groups.yahoo.com/group/TopfFit/

Allgemeine Infos:

http://www.Rabeneltern.org (EDIT: Sehr viele Hintergrundinfos zu Schlafen, Stillen, Tragen und den vielen Vorurteilen und Ammenmärchen zu den Themen, außerdem viele Fachartikel von Experten und ein /EDIT, sehr aktives, sehr gutes Forum)
http://www.babytwist.de – Infos einer Mutter zu Attachment Parenting
für Englischsprechende das Naturalchildproject.org und William Sears http://www.askdrsears.com (sein Buch „The Baby Book“ ist auch das umfassendste und praxisnaheste zum Thema Attachment-Parenting, das ich bisher gelesen habe)

Außerdem die Autoren der Freiburger Säuglingsstudie http://www.verhaltensbiologie.com die Ergebnisse der Säugnlignstudie: http://www.verhaltensbiologie.com/forschen/freiburger-studie/
Und die Ergebnisse ihrer Studie zur Betreuung: http://www.verhaltensbiologie.com/forschen/betreuungunter3/

Co-Sleeping:

http://www.familienbett.de, http://www.ferbern.de
Für das „Wie“ des Familienbettes McKennas Schlaflabor unter http://www.nd.edu/~jmckenn1/lab/safe.html

Stillen:

http://www.lalecheliga.de
http://www.afs-stillen.de (hier besonders der Vergleich Stillen und Flasche)

Tragen:
http://www.didymos.de für Infos rund ums Tragen

Literaturtipps und Geschenkideen:

Bücher über Topffit/Windelfrei/Gelegenheitswindler:

TopfFit!: Der natürliche Weg mit oder ohne Windeln
von Laurie Boucke, Anahita-Verlag (April 2008)

Es geht auch ohne Windeln!: Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege, von Ingrid Bauer (Autor), Ursula Fassbender (Übersetzer), Kösel; Auflage: 2., Aufl. (März 2004)

außerdem:
„Windelfrei? So geht’s“ von Lini Lindmayer, tologo
Baby Lulu kann es schon!“ von Dr. phil. Caroline Oblasser, edition riedenburg


The Diaper-Free Baby:
The Natural Toilet Training Alternative: The Natural Toilet Training Alternative for a Happier, Healthier Baby or Toddler, Verlag: Regan Books (1. Februar 2007)


Studie einer Ethnopädiatrikerin darüber, wie andere Kulturen ihre Kinder aufziehen und was davon kulturell bedingt und was biologisch vorgegeben oder notwendig ist:

Our Babies, Ourselves: How Biology and Culture Shape the Way We Parent, von Meredith F. Small (Autor), Verlag: Anchor; Auflage: Anchor Bks Trad. (Juni 1999)

Das Kontinuum-Konzept: J. Liedloff stellte erstmals die These auf, das Kinder soziale Wesen sind – von Anfang an:

Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit. von Jean Liedloff (Autor), Verlag: C.H.Beck; Auflage: 5., Aufl. (August 1999)

hier das englische Original:

The Continuum Concept (Arkana), von Jean Liedloff (Autor)

Gonzales vertritt einen ähnlichen Ansatz, er konzentriert sich noch stärker auf praktische Beispiele, den Elternalltag und amüsantes Schreiben:


In Liebe wachsen: Liebevolle Erziehung für glückliche Familien
von Carlos González und Elke Zdarsky, Verlag: La Leche Liga; Auflage: 2., Aufl. (November 2006)

Das Buch des Familylab-Gründers Jesper Juul, in dem er aus seiner Familientherapeutischen Praxis ebenfalls praktisch anwendbare Verhaltensweisen für den Elternalltag ableitet und dabei stärker als alle anderen betont, dass jede Familie ihren eigenen Weg zwischen all den Ratschlägen finden kann und muss:

Die kompetente Familie: Neue Wege in der Erziehung.
Das familylab-Buch von Jesper Juul (Autor), Knut Krüger (Übersetzer), Verlag: Kösel; Auflage: 3., Aufl. (Juli 2007)

Fortsetzung folgt…(fehlt hier etwas? Mail an mich!)