Montags-Mantra – Verpasst den Bus!

Da heute Dank Zeitumstellung bei einigen auf Facebook schon die Panik ausbrach, holen wir heute mal ein schönes Montags-Mantra wieder hervor, das das hieß: „Verpasst den Bus!“

Losgehen mit Kindern ist in den meisten Familien Stress. Das muss nicht sein! Doch bis alle angezogen, alles gepackt und der Bus erreicht ist, wird gehetzt, geschimpft, geflucht, es wird gebockt, gebrüllt, es fließen Tränen. Das geht auch anders. Ich hab mal ein paar Ideen gesammlt, wie. Kerngedanke: Seid gut vorbereitet. Und im Zweifelsfall, verpasst den Bus.

Grundsätzlich geht das so:

1. Plant mehr Zeit ein für ALLE Wege mit den Kindern
2. Seid den Kindern einen Schritt voraus
3. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr die Kinder hetzt: Ist das nötig?
4. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr es eilig habt: Ist das nötig?
5. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr zum Bus rennt: Ist das nötig?

Warum eilen wir, hetzten wir, rennen wir?

Es gibt m.E. drei Arten von Zwang, der uns zu Eile antreibt:

1. der innere Zwang (Perfektion, Moral, Erziehung, Verabredungen)
2. der äußere Zwang (Busabfahrtzeiten, Zugzeiten, Öffnungszeiten, Kursanfangszeiten)
3. schlechte Vorbereitung

Häufig vermischen wir die die drei zu einer explosiven Stressmixtur.

Beispiel: Familie ist zum Schwimmen gehen verabredet. Um pünktlich zu sein, müssen sie den Bus zum 12:34 kriegen. Beim Rausgehen muss der Große nochmal auf Toilette, dann fällt Papa ein, dass er das Handy vergessen hat, unten will Mama nochmal kurz in den Briefkasten gucken und schwups ist der eingeplante Zeitpuffer weg und alle hetzen zum Bus.

Was kann man konkret dagegen tun?

1. Liste machen

Schreibt die nächsten Male im Bus auf einen Notizblock, was heute die Abreise mal wieder verzögert hat. Macht das jedes Mal. Schaut euch nach1-2 Wochen diese Liste an und macht daraus eine „Vor dem Rausgehen-drandenken-Liste“ daraus. Je nach Alter der Kinder kann das z.B. sein:

– Taschen packen
– Essen einpacken
– Weg/Busverbindungen VORHER raussuchen
– wichtige Telefonnummern aufschreiben/speichern/mitnehmen
– Handy, Geld, Monatskarte, Schlüssel bereitlegen
Baby rechtzeitig nochmal stillen und abhalten
Kleinkind rechtzeitig nochmal füttern, stillen, abhalten (das vermeidet z.B. auch Anzieh-Streiks, viele Kinder lassen sich nicht anziehen, wenn sie hungrig/durstig/Blase voll ist)
großes Kind rechtzeitig dran erinnern, dass es Buch/Spielzeug/Hör-CDs/wasimmereurekindermitnehmenwollen einpackt
– wasimmereucheinfällt…

2. Zwang reduzieren

Seid frühzeitig: plant gegen äußeren Zwang IMMER einen Bus/Bahn früher ein, damit ihr ggf. einen Puffer habt
Seid noch frühzeitiger: wenn ihr Züge oder Flugzeuge erreichen müsst, plant 2-3 Fahrten früher ein (oder 20 Minuten mehr für die Autofahrt)
seid vorbereitet – ein Segler sagte mir mal, dass er immer Angst vor Stürmen hat und sich deshalb perfekt drauf vorbereitet -dann müsse er im Sturm selbst keine Zeit mehr mit Angst verschwenden, weil ja schon alles getan sei….
– geht NIE auf den letzten Drücker ins Schwimmbad/Theater etc. („Kinder, wenn wir jetzt nicht gehen, hat es ZU!!!“)
Beziehunge hat Priorität: seid euch bewusst, dass 45 Minuten „jetzt macht endlich!!“ für eure Beziehung wahrscheinlich schädlicher ist als 10 Minuten zu spät beim Puppentheater anzukommen
bleibt flexibel: Man kann Verabredungen auch anrufen und Bescheid sagen, dass es später wird, wenn wir merken, dass es heute nicht klappt
lasst euch nicht ablenken: Ihr MÜSST jetzt NICHT noch schnell in den Briefkasten oder eure Mails schauen, geht JETZT los
Keine Angst, nicht perfekt zu sein: wenn ihr jetzt das eine oder andere nicht dabei habt (doch noch einen Apfel extra einstecken? Doch noch schnell die Haare der Kinder kämmen? doch noch ein zweites vorlesebuch? Oh Gott, die BADELATSCHEN!!!), dann habt ihr es eben nicht dabei. Seid offen dafür, dass sich eine Lösung finden wird, vielleicht eine überraschende!, bevor ihr nochmal zurückhetzt
Im Zweifelsfall: nehmt den nächsten Bus. Seid halt zu spät. Kommt halt später. Mantra: Dann ist das halt so ;).

Und warum? Ich stell mir immer vor, was Kinder später von ihrer Kindheit erzählen.

„Meine Eltern haben uns immer überall hin gehetzt, das war stets total stressig, ich habe losgehen gehasst….“
oder
„Naja, wir waren nicht immer pünktlich und wir mussten uns oft von anderen die Buddelsachen leihen, aber wir sind immer ganz entspannt, singend und glücklich umhergezogen…“

Es ist eure Entscheidung. Es ist euer Leben. Nehmt euch die Freiheit.

Das Original hier: hier.

Ich wünsche allen einen stressfreien Wochenanfang!

🙂
nic

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