Tragen hilft bei Windelfrei

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

K. hat uns auch den Interviewfragenbogen ausgefüllt und das schrieb sie:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Ich habe irgendwo davon gelesen, als mein Sohn 7 Monate alt war, dachte damals, er wäre schon zu alt, um damit zu beginnen. Habe es nun beim nächsten Kind fast von Anfang an gemacht.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
4 Tage

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Vergessen, vielleicht 5 oder 6 Wegwerfwindeln. Die Anzahl hat sich anfangs aber noch nicht wirklich reduziert durch das Abhalten, denn es ging ja trotzdem noch genug in die Windel.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Hm, ich glaube 3 oder 4 Stoffwindeln (die wechsel ich deutlich häufiger als WWW). Je nachdem, wie aufmerksam und kommunikativ ich bin, ist es manchmal auch nur 1. Mein Kind ist fast 8 Monate alt.

Nutzt Du auch andere Backups?
Nein.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Ich probiere eigentlich nicht aus, ich achte einfach auf die Signale meines Kindes. Die können z.B. nach dem Aufwachen kommen, manchmal aber eben auch nicht. Ich achte aber in solchen Situationen aufmerksamer auf mein Kind. Sobald ich ein Signal erkenne, geht es zur Toilette, vorher nicht.

Wann klappt es am besten?
Nachts und früh morgens, da sind die Signale sehr deutlich und ich weniger durch andere Dinge abgelenkt.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Das ist sehr unterschiedlich. Nachts schläft mein Kind manchmal auch noch mal ein, wenn ich nicht reagiere (weil ich einfach zu müde bin) und meckert 30 bis 60 Minuten später erneut. Am Tage sind es meist nur 1-5 Minuten. Ich nehme an, weil mein Kind da öfter einpieseln „muss“ – weil ich tagsüber einfach nicht so sehr darauf achte, wenn ich andere Dinge nebenher tue, und da gibt es schneller auf mit Warten.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Im Schlafzimmer steht ein ganz normales Töpfchen, das ich meist bevorzuge, wenn die Kleine abends noch mal wach wird, damit ich nicht mit ihr durch den hellen Flur muss. Nachts und tagsüber nutzen wir ausschließlich die Toilette.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein – eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickel?
Es wiegt sich auf – sofern es gut klappt. Wenn ich aber abhalte und trotzdem was in der Windel ist (tagsüber meist), habe ich eher mehr Arbeit, da ich ja trotzdem noch neu wickeln muss und eine Windel mehr zum Waschen habe. Da ich nachts auch zusätzlich aufstehen muss, ist es für mich gefühlt derzeit insgesamt mehr Arbeit. Man kann das aber auch nicht richtig vergleichen, denn wir benutzen ja trotzdem Windeln. Wenn ich abhalte, muss ich also sowieso wickeln. Die „Hosehoch“-Prozedur wird mir mit Windelfrei auch nicht erspart. Es ist aber ein Unterschied, ob ich WWW benutze oder Stoff. Bei Stoff habe ich gefühlt mehr Arbeit, da ich eine Windel mit ein ganz klein wenig Pipi drin nicht nochmal ummache, bei einer WWW würden die paar Tropfen dagegen gar nicht auffallen und die Windel würde ich durchaus noch mal nehmen. Weniger Arbeit habe ich allerdings was das große Geschäft betrifft. Das geht zuverlässig in die Toilette und häufiges Mülleimerrausbringen oder Powischen entfällt. Insgesamt also schwer zu sagen, was momentan weniger Arbeit macht. Auf Dauer gesehen aber mit Sicherheit Windelfrei.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Ich habe begriffen, dass es Babys unangenehm ist, wenn sie in die Sachen urinieren müssen und sie manchmal nur aus diesem Grund weinen können. Ich habe damit eine Handlungsstrategie, dem Weinen eines Babys zu begegnen, dazu gewonnen. Insgesamt schätze ich mich aber oft eher so ein, dass ich etwas begriffsstutzig bin, was die feinen Signale betrifft. Ich nehme das Ausscheidungsbedürfnis oft nur wahr, wenn mein Kind deutlich meckert o.ä.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich finde, dass es für meine Begriffsstutzigkeit und viel nebenher Beschäftigung trotzdem recht gut klappt, auch wenn es ohne Windel einfach nicht zuverlässig geht (nur in Bezug auf das große Geschäft). Aber wenn es nicht klappt, ist es eigentlich immer eine Kopfsache bei der Mutter. Mein Tipp: Die Sache entspannt sehen. Selbst, wenn man nur 1x in der Woche ein Ausscheidungssignal erkennt und erfolgreich abhalten kann, so ist das besser als es nie versucht zu haben. Ich würde auch nicht einfach auf Verdacht abhalten und dem Kind Stress machen – ich hätte immer Bedenken, dass ich ihm damit den Gang zur Toilette vermiese, wenn ich es abhalten will, obwohl es nicht muss. Oder damit mir Stress machen, weil ich dann ganz oft erlebe, dass es eben nicht klappt (kann ja auch nicht, wenn es nicht muss) oder eben nur durch Zufall. Das frustriert ja. Tragen hilft ungemein. Nirgendwo anders nehme ich tagsüber die Signale deutlicher wahr.

Vielen lieben Dank gilt auch Dir!

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