Artgerecht-Treffen: Singen, Futtern, Themen

Gestern war ein feines Artgerecht-Treffen im Veganz. Wir waren wie ein „richtige“ Stillgruppe und doch ganz anders. Der Sommer ist vorbei, wir haben uns erstmals drinnen getroffen und insofern war es gut, dass es nicht so voll war wie sonst (10 Mamas hab ich gezählt). Im Kreis sitzen, Epo i tei tei jubeln, Suppe schlürfen und Erfahrungen austauschen war eins. Super, dass wir wieder (wie übrigens oft!!) einen Papa dabei hatten, der mal die männliche Perspektive zum einen und anderen Thema beisteuern konnte.

Themen:

Mütterteams:

Was tun, wenn einem mit Baby alleine zu Hause die Decke auf den Kopf zu fallen droht? Gründet ein Mütterteam! Wie das geht, steht hier ausführlich. Schafft euch einen Clan, wenn ihr noch keinen habt. Geht in den Rückbildungskurs und fragt die Frauen, wer Lust hat, Mütterteams zu bilden. Trefft euch regelmäßig, putzt nicht vorher, sondern gemeinsam, vertraut den anderen euer Baby an, geht duschen und checkt euer Mails oder was immer euch gerade wichtig ist.

Schlafen mit Baby – wie macht man’s sicher?

In der Runde kam heraus, dass alle mit ihren Babys schlafen und jede Familie ihren Weg gefunden hat. Fast alle haben ihre Babys einfach so mit im Bett. Manche nutzen ein Beistellbett, manche nicht. Meine Empfehlung für ganz kleine Babys orientiert sich jedoch weiterhin am Sicherheitsaspekt, daher: Bitte keine großen Decken oder Kissen, bitte im Schlafsack, bitte auf dem Rücken, bitte so im Bett, dass ihr es nicht zudeckt.
Wer es eilig hat, HIER meine 10 Tipps für ein sicheres Familienbett. Außerdem ein wenig Hintergrundwissen hier.

Wie Babys schlafen, erklärt McKenna in diesem Video:

Warum sie nicht alleine schlafen sollen, erklärt er hier.

Muss ich mein Baby wirklich ständig herumtragen?

Ach ja, Jean Liedloff und das Tragegebot. In der Runde zeigte sich, dass am Ende alle mehr getragen hatten, als sie selbt gedacht hatten. Und K. sagte: „Als er dann plötzlich immer vom Arm wollte, dachte ich, ach, schade, hätte ich ihn mal mehr getragen, als er noch kleiner war“. Grundsätzlich ist es so, dass Tragen wichtig und richtig ist, vor allem, weil menschliche Babys eine Frühgeburt sind, die sich erst an das „Außen“ gewöhnen muss und 40 Wochen getragen worden ist. Dennoch dürfen wir nicht übersehen, dass bei Liedloffs Yequana und auch sonst fast überall die Babys nicht von einer Person betreut und daher den Tag über auch immer von anderen getragen werden. Da ergibt sich die Frage so also gar nicht. Fazit: Tragt soviel, wie es sich richtig für euch anfühlt. Und nehmt eure Babys immer hoch, wenn sie euch zeigen, dass sie nicht abgelegt werden wollen (sprich: quengeln oder gar weinen).

Stillstreits und Papa-Eifersucht:

Es kam die Frage auf, wie man damit umgehen kann, wenn Väter vom Stillen genervt sind und endlich auch eine aktivere Rolle übernehmen wollen. A. hat da etwas sehr Schönes gesagt: Nehmt mal Rücksicht auf die Männer. Sie sollen motivierte, engagierte Papas sein, aber stehen in den ersten Monaten (und ggf. in den ersten drei Jahren) vor dem Problem, dass viele Kinder allein durchs Stillen und die Betreuung noch sehr eng an die Mutter gebunden sind. Was bei der Runde auch herauskam: Das lässt nach 3 Jahren bei den meisten stark nach. Dann ist Papa plötzlich der Held und Mama kann sich um andere Dinge oder eventuelle Nachzügler kümmern.

Buchvorstellung war diesmal Diana Richardson Slow Sex: Zeit finden für die Liebe –
(ein bisschen sehr Marketing-lastiges Video darüber hier). Ein Buch darüber, wie (gestresste Eltern-)Paare sich die Nacht neu erobern können, die lieber achtsam statt mit Zeit -und Leistungsdruck an ihre Zweisamkeit herangehen wollen (Danke für den Tipp, Bastian!). (Falls ihr es kaufen wollt, nutzt gerne den Link hier im Blog, das Artgerecht-Projekt sammelt Amazon Provision für neue Flyer und die Website).

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