Mehr als Babyblues?

Baby-Blues sind auch als Heultage nach der Geburt bekannt. Diese kennen bis zu 70% aller Frauen ab den 2. Tag bis 14. Tag nach der Geburt. Ausgelöst werden sie durch die Geburt in Gang gesetzte rasche hormonelle Umstellung. Es ist keine Behandlung notwendig, außer das liebevolle In-den-Arm-nehmen durch die Liebsten.

Doch was ist, wenn dieser Zustand länger anhält? Und zudem noch Fremdheit dem Kind gegenüber besteht und man glaubt sein Kind nicht zu lieben, sich antriebslos fühlt oder man Zwangsgedanken bekommt, dem Kind etwas anzutun oder jemand anderes könnte das Kind gefährden oder Selbstmordgedanken hinzukommen?

Dann spricht man von Wochenbettdepression…

Betroffen sollen bis zu 20 Prozent der frisch gebackenen Mütter sein.

Zum ersten Mal von diesem „Tabuthema“ hörte ich in einem Uni-Seminar von Frau Prof. Dr. med. Stephanie Krüger im vorletzten Winter. Sie ist deutschlandweit eine der wenigen Ärzte, die eine Spezialsprechstunde für Frauen mit seelischen Erkrankungen anbietet. Ich hätte nie gedacht, dass Depressionen in der Wochenbettzeit ein so häufiges und ernst zu nehmendes Thema ist. Eigentlich sollte jede Frau spätestens wenige Tage nach der Geburt darüber von ihrer Hebamme oder ihrem Frauenarzt informiert werden, dass es dies gibt und wo es Anlaufstellen für Hilfe zu finden sind.

Risikofaktoren sind:

Auswirkungen auf das Baby:

  • weniger Interaktion wie Blickkontakt mit der Mutter
  • körperliche Reaktionen wie Bauchschmerzen und Unruhe
  • weniger eigene Kommunikation durch Laute
  • verlangsamte neuropsychologische Entwicklung im ersten Jahr

Vorbeugend wirkt:

arte widmete im Januar 2011 der Wochenbettdepression einen Themenabend mit dem Spielfilm Das Fremde in mir und dem Dokumentarfilm Traurig nach der Geburt. Leider bin ich erst nach Ablauf der 7 Tage, in welchen arte seine Sendungen online verfügbar stellt, darauf aufmerksam geworden. Und auch heute finde ich leider keine Links zum Schauen im WWW.

Ganz aktuell hat das Magazin ZEIT WISSEN dieses Thema in der neuesten Ausgabe aufgegriffen: Baby-Unglück – Warum manche Mutter nach der Geburt depressiv wird.

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