Windelfrei mit 14 Monaten – Zickzack zum Ziel

Wir sind auf der Zielgeraden – manchmal. Manchmal sind wir auch eher verzweifelt. Oder himmelhochjauchzend. Manchmal sagt der Vater: „Wieso ziehst Du ihr eigentlich keine Windel an???“ und manchmal erzähle ich stolz: „Sie geht ganz alleine! Und sagt Bescheid!!“

Folgende Situationen hatten wir ALLE in den vergangenen Wochen.
Zuerst die „schlechten“ Nachrichten:

– Wir vergessen, dass sie etwa eine halbe Stunde nach dem Aufwachen ein zweites Mal muss. Jeden Morgen ist es beim Frühstückstisch plötzlich alles nass oder – noch besser – dort, wo sie gerade spielt.

– Sie lässt sich nicht abhalten – und macht kurz darauf irgendwohin.

– Sie macht morgens nix mehr im Bad – stattdessen verzieht sie sich im Laufe des vormittags in eine stille Ecke und erledigt es dort – in die Windel oder eben…naja..auf den Boden

– Sie macht morgens nix, wir sind unterwegs, wie macht es in die Windel – und alles läuft überall raus, Riesensauerei (wir verwenden derzeit Paul&Paula, die sind … nunja… irgendwie eigentlich nur dann gut, wenn man ein Windelfrei-Kind hat, das eh nicht reinmacht…)

– Wir sind auf der Rückfahrt von der unerzogen-Konferenz, stehen am Bahnhof. Sie trägt eine Windel und ich bin zu sehr mit Fahrkartenkaufen und Rückfahren beschäftigt, um sie abzuhalten. Sie hockt sich hin. Die Windel ist offenbar schon voll. Die Windel läuft über. Alles naß. Grrrr….

Was hab ich gemacht? Ich habe sie nach jedem Unfall wie einen jungen Hund zum Topf getragen und freundlich gesagt: Schau, DA gehört das hin. Ich habe versucht, mir endlich zu merken, dass sie morgens nochmal nach dem Aufstehen ein zweites Mal muss und ebenfalls morgens Zeit und Ruhe für das „große“ Geschäft einzuplanen, damit es uns nicht später „überrascht“. Ich habe ihr regelmäßig den Topf angeboten und sie drauf sitzen und damit spielen lassen. Ich habe mir gesagt, dass das „alleine machen wollen“ auch dazugehört und ihr sich-Verziehen ein Teil davon ist. Hab ihr den Topf an ihre „stille Stelle“ gestellt oder eine Stoffi druntergelegt, wenn sie sich verzog. Oder einfach hinterher gemeinsam die Sauerei weggemacht und erklärt, wohin es gehört.

Und jetzt die „guten“ Nachrichten:

Der POTT

– Ich halte sie vor dem Frühstück nochmal ab und wer glaubt’s, keine Pfützen mehr unterm Stokke-Stuhl.

– Kind denkt selbst ans „Große“! Sie will beim Frühstück regelmäßig eilig aus dem Kinderstuhl. Läuft ins Bad. Ich stelle ihr den Topf hin, ziehe sie aus. Sie schickt (!) mich raus, schiebt mich weg. Ich gehe also *lieberGottmachdasssiekeinenMistmacht*. Nach 3 Minuten ruft sie „Da! Da!“ und steht neben dem Topf. Ist fertig. Alles total ordentlich. Will Toilettenpapier und zieht dann zufrieden ab.

– Neuerding schallt es immer wieder „da! da! da!“ aus dem Bad. Sie läuft zu Hause oft untenrum im Eva-Kostüm durch die Wohnung und sie macht dann – genau. Genau das und genau dahin, wo es hingehört (!). Steht daneben, zeigt darauf und ruft „da! da!“ als könnte sie es selbst nicht glauben.

– Sie hat jetzt auch tagsüber fast nur noch Stoffis an und nur nachts noch eine WWW (und ich fühle mich damit viel besser…seit dem Windelfilm bin ich echt noch Windelfreier als vorher…)

Fazit:
Sie ist 14 Monate und wir bewegen uns in schönem Zick-Zack auf unser Ziel zu. Sie weiß, was passiert, sie achtet aber natürlich nicht immer drauf. Sie hat bisher kaum gestreikt, aber wesentlich mehr Windeln getragen als ihr Bruder. Sie geht problemlos auf’n Topf und sagt klar und ehrlich, ob sie muss, wenn man sie fragt. Windelfrei- ich würde es immer wieder machen.

3 Gedanken zu „Windelfrei mit 14 Monaten – Zickzack zum Ziel

  1. noch einen monat, dann habt ihr’s 😉 bei meinem zwerg hab ich mit 15 monaten gesagt mama und kind sind reif für windelfrei ohne backup. wir haben seither immer wechselsachen dabei, die wir aber ganz selten brauchen. ich finde es lustig, dass deine maus ihre ruhe haben will. mein krümel will manchmal dass ich seine hand halte wenn was „großes“ kommt.

  2. Das klingt doch alles super! Eben Höhen und Tiefen, aber die Kleine kapiert einfach, was passiert, wie es „richtig“ funktioniert, wo’s hingehört und das ist das Wesentliche. Manchmal sind sie halt noch zu abgelenkt, aber das wird. Schön, dass ihr jetzt auch so oft Stoffwindeln verwendet.
    Bei uns ist es ähnlich, in letzter Zeit sind es nur noch eine oder zwei Pannen oder auch ganz trocken. Jetzt, wo es wärmer wird, hab ich sie auch oft nur in Unterhose/Jeans, auch draußen. Sie geht aufs Töpfchen, machmal muss ich sie aber abhalten, weil sie auf dem Topf tausend andere Dinge tut (Bücher angucken, sonstige Spiele), so dass sie sich nicht entspannt, auch wenn sie muss. Dass deine Kleine sich fürs große Geschäft zurückzieht, finde ich auch lustig, jede(r) ist da eben anders. Goldig, wie sie sich dann freut und mitteilt, dass sie erfolgreich war 🙂 Meine Tochter will immer „wauwau“ gucken (irgendein Buch, wo ein Hund drin vorkommt) und kommentiert das Ergebnis mit „kaka“ oder „pipi“. Aber eben Zeit einplanen muss man schon ganz schön fürs Töpfchen. Sie macht manchmal erst nach ein paar Minuten. Das mit dem Fragen kenne ich auch, und es stimmt, wenn sie den Kopf schüttelt, muss sie echt nicht.
    Toll, dass jetzt Sommer wird, da ist alles einfacher.

  3. Haha, wie lustig. Bei uns heißt es auch dada, immernoch, obwohl ers schon richtig sagen kann. Am lustigsten ist immer erstmal 10min Tippelschritt, irgendwann verzerrtes Gesicht, große Augen und dann MAMAAAAAAAAA DADA!!!!!!!!!!!!!!!!

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