Test: Smart Trike Zoo – Dreirad

Vor einiger Zeit erreichte mich eine freundliche PR-Mail, ob ich nicht das Smart Trike Zoo testen wolle.

Smart Trike

Ein Dreirad? Im Test? Klar, warum nicht? Ich hatte ohnehin gerade beschlossen, dass es Zeit wäre, wieder Produkttests durchzuführen. Das Smart Trike ist nicht im engeren Sinne ein Windelfrei-Produkt ;), aber wir nahmen es an. Kurz darauf kam auch schon das Paket von Toys’r’us – ein Laden, den ich normalerweise eher meide wegen seiner Plastiklastigkeit.

Smart Trike

Aber wer weiß, dachte ich, erstmal ausprobieren.

Das Produkt:

Das Smart Trike Zoo ist ein Dreirad, das sich in drei Stufen dem Alter des Kindes anpassen lässt. Die Version für Kinder ab 10 Monaten beinhaltet einen Sitz mit Bügeln und Gurten, Sonnendach und Schiebestange für die Eltern, ab 15 Monaten empfiehlt der Hersteller, den einfachen Dreiradsitz ohne Bügel plus Schiebestange, ab 24 Monaten dann nur noch das Dreirad zum freien Fahren.

Wie wir getestet haben:

Wir haben das Smart Trike zusammengebaut und auf verschiedenen Untergründen mit den verschiedenen Funktionen ausprobiert. Schlussendlich hat der Große sich das gute Stück einfach erobert und ist damit ein paar Tage lang durch den Kiez gekurvt. Was immer ich weiter unten zu meckern haben werde – er fand’s großartig und gab es nicht einmal seiner besten Freundin.

Was mir gefallen hat:

Zusammenbau:

Das Smart Trike kommt in Einzelteilen.

Einzelteile
Basteln angesagt – uff. Aber ein Pluspunkt ist auf jeden Fall, dass es online ein Video gibt, das den Zusammenbau zeigt („Assembly“). Mit zwei Kindern (und zwei mal Abhalten ;)) haben wir zwar nicht knapp vier Minuten wie im Video, sondern 45 Minuten gebraucht, aber das Video war ein guter Anhaltspunkt, wenn ich mit der Anleitung nicht weiterkam.

Anleitung

Ein gelungenes Beispiel, wie Hersteller das Web sinnvoll nutzen können. Der Zusammenbau war auch deshalb einfach, weil die Löcher exakt gefräst sind, die Metall- und Plastikteile einen sehr hochwertigen Eindruck machen und nötiges Werkzeug schon dabei ist. Erst dachte ich, Mist, was für eine Stressaktion, aber letztlich hatten wir viel Spass daran – ein Dreijähriger kann immerhin schon ziemlich gut mithelfen.

Funktionen:

Das Smart Trike hat ein paar wirklich pfiffige – smarte – Funktionen. Theoretisch natürlich der Sitz mit den Gurten und die dreistufige Ausbaumöglichkeit. Wir konnten das nicht so richtig testen, da der Große in den Sitz mit Bügeln schlicht nicht mehr reinkam. Aber Melvenue schreibt auf ihrem Blog, dass es für ihr Kind sehr gut gewesen sei und den Bildern nach haben sie es mit Bügeln und Gurt benutzt. Dazu schreibt sie: „Anfangs dachte ich dass die Gurte in Kombination mit den Seitenbügeln überflüssig seien, Frindy belehrte mich allerdings eines besseren, als er das erste Mal auf dem Sitz stand.“

Aber auch wenn man das nicht nutzen will, fallen viele Details positiv auf. Das Smart Trike hat eine Heckschale, in der das Kind Spielsachen transportieren kann. Sie wurde bei uns auch gleich vom Großen sofort begeistert gefüllt – Volltreffer.

kiste
Außerdem kann man bei den meisten Dreirädern über die Schiebstange nur schieben, aber das hat zur Folge, dass Mamas ständig das Vorderrad des Dreirades anheben müssen, wenn sie die Richtung bestimmen wollen. Beim Smart Trike kann man dagegen es so einstellen, dass es eine Lenkstange wird – man kann mit der Stange direkt lenken. Kind mitlenken bzw. sich immerhin mitbewegen kann. Die Stange ist höhenverstellbar und an ihr ist eine kleine Tasche festgemacht, in die Schlüssel, Handy und Portemonnaie locker reinpassen. Jetzt noch die Spielsachen in die Heckschale und schon kann’s ohne weiteres Gepäck losgehen – genau richtig für Minimalisten-Mamas wie mich.

Dass sich das Tretlager auskuppeln lässt, so dass die Pedale nicht unbedingt mitlaufen, ist ebenfalls sehr gut – wie oft verhangelt sich sonst ein kleiner Fuß in sich wild drehenden Dreiradpedalen, wenn Mama schneller schiebt als der Nachwuchs mittreten kann oder will. Wirklich großartig finde ich außerdem die ausklappbaren Fußstangen, auf die das Kind die Füße stellen kann.

tritt eingeklappttritt

Das in Stufen kippbare Sonnendach ist für mich eine nette Spielerei, für uns nicht wichtig, da mein Kind bei Sonne immer einen Sonnenhut trägt, aber durchaus eine gute Idee.

Am Lenker hat das Smart Trike zwei Halterungen.

halterungenHalterungen

In einer befindet sich das mitgelieferte Spielhandy (dazu gleich), in der anderen hat ein Getränkekarton oder – mehr öko und pc – eine Trinkflasche Platz. Auch eine Idee, die sich als sehr praktisch herausstellte, zumal der Große das Ganze so cool fand, dass er endlich mal regelmäßig zum Trinken griff :);.

Getränkehalter
Was mir nicht gefallen hat:

Material:
Auch wenn es hochwertig ist – Plastik ist Plastik. Und ich bin keine Freundin von Plastik. Das Smart-Trike glänzt in tollen Farben, aber hat einfach viele Plastikteile. Das belastet die Umwelt und geht leichter kaputt als Metall oder Holz.

Reifen:
Die Reifen sind Hartgummi und drehen leicht durch – zumindest, wenn ein Dreijähriger Druck auf die Pedale ausübt.

räder

Stabilität:

Wir haben das Trike mit einem Dreijährigen getestet – auch wenn die Angabe 24+ lautet, sind die Kräfte, die ein so großes Kind auf ein Dreirad bringt einfach schon zu groß. Das Trike an sich ist stabil, aber es hat keinen abgesenkten Sitz, wie zum Beispiel die Kettlers. Unser Großer hat es zu einem Überschlag gebracht, als er einen kleinen Hügel herunterfuhr.
Ebenfalls nicht stabil genug war für uns die Befestigung der Heckschale. Als sich die beste Freundin (ebenfalls drei Jahre alt) auf den Rand stützte, klappte sie nach unten und schlug ihr schmerzhaft gegen die Stirn. Dazu sagte mir heute in einer Mail Frau Gardtke von Smart-Trikes PR-Agentur: „Eine Anmerkung gleich von mir zu der Heckschale: Dass diese so leicht kippt, ist eine Sicherheitsmaßnahme, da Freunde oder Geschwister gern auf dem Kinderwagen herumklettern. So soll verhindert werden, dass das Smart-Trike durch das Gewicht eines anderen Kindes zum Umfallen gebracht wird.“ EDIT>

Handy:

Wenn man Batterien in das Handy einlegt, gibt es durchdringende Töne von sich – manche Eltern mögen das oder finden es okay, andere nicht. Das Handy ist natürlich der Renner für die Kinder gewesen, und im Prinzip kann ich meinem Kind nicht versagen, was ich selbst ständig benutze.
Aber wir hatten auch genau das gleiche Problem wie die Erwachsenen im Straßenverkehr: „Nein! Nicht beim Fahren telefonieren!!“

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Auch Dreijährige können nicht beides gleichzeitig. Wollen aber: Er trat munter in die Pedale, nahm das Handy heraus und spielte „ich rufe Oma an“, ohne darauf zu achten, wohin er fuhr. Panik- und Sprintattacke bei mir. Fand ich nicht so toll. Wird aber besser, wenn das Handy nicht mehr so spannend ist.

Fazit:

Nichts für nachaltigkeits-, umwelt– oder spielgut-Puristen. Sowieso nichts für Eltern die eher für Lauf- als für Dreiräder sind (Laufräder überschlagen sich nicht, das ist ein großer Vorteil!).

Aber dennoch: Absoluter Renner für die Kinder. Handy, quietschende, leuchtende Farben, Heckschale und Delfinaufkleber, alles ganz großes Kino. Jeder, der bisher drüber gebloggt hat, bestätigt das – wie erwähnt der Test im Blog von Melvenue, aber auch der Test im Kindermode-Blog von Nina und Torsten Pohl und der Test im „Mama-in-Ausbildung“-Blog.

Erhältlich online ab ca. 100 Euro online. Und hier nächste Woche als Verlosung – dann kriegt der Große sein Laufrad und das Dreirad darf wieder auf die Wanderschaft :).

3 Gedanken zu „Test: Smart Trike Zoo – Dreirad

  1. Zunächst einmal danke für die Erwähnung.

    Für einen Dreijährigen finde ich tatsächlich das Trike auch nicht wirklich passend, da ist es wirklich zu klein. Ich habe ja zwei Söhne (1 und 3)für den Kleinen ist das Trike perfekt, will es nicht mehr hergeben. Da er selbst noch nicht treten kann kann ich ihn schieben und gleichzeitig lenken und er kann auch nicht runter oder raus fallen. Der Große fährt seit er 2 ist Laufrad, ab und an mal noch Dreirad, aber dann eben ne Nummer Größer von Pucky, wo man auch den Sitz verstellen kann. Dieses Jahr bekommt er ein Fahrrad.

  2. Hallo,

    ich fand die Idee von einem mitwachsenden Dreirad immer schon supi und habe vor einiger Zeit mal im Internet gestöbert. Jetzt wo ich euren wunderbaren Artikel zum Smart Trike gelesen habe kam mir das ganze wieder in den Sinn. Da wollte ich euch doch mal das Dreirad von Imaginarium vorstellen, das mir ehrlichgesagt besser gefallen hatte, vom design her, das könnt ihr hier finden imaginarium.de/spielzeug/kinder-autos-fahrraeder-dreiraeder/kinderfahrraeder-dreiraeder-332.htm

    Gerade das grosse Vorderrad macht für mich wirklich Sinn. Nur mal so als Erweiterung eures Wissens über mitwachsende Dreiräder, da gibts noch so einiges mehr im Markt.

    Grüsse Maria

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