Bücher verschenken lohnt sich doch!

Kennt Ihr das? Jemand schenkt Euch ein Buch, was er Euch ganz dick empfiehlt. Ihr stellt es in den Schrank, wo es erstmal eine Weile herumsteht und Euch vorwurfsvoll anschaut. Dann landet es irgendwann, je nachdem wie wichtig Euch Bücher sind, entweder auf dem Müll oder im Keller. Daher verschenke ich eigentlich ungern Bücher. Neulich habe ich es aber doch wieder getan und einer sehr guten Bekannten Gonzales „In Liebe wachsen“ geschenkt. Ich wollte sie einfach in ihrem Gefühl bestätigen und gleichzeitig unterhalten – und dafür eignet sich Gonzales einfach unglaublich gut. Tja, mein Geschenk blieb nicht ohne Wirkung:

Gestern rief sie mich an. Sie sagte: „Mensch Bettina, mein Kind ist gerade sehr anstrengend. Er bekommt einen Zahn und ist so bedürftig. Einige Tage war ich deswegen richtig wütend auf ihn, ich hatte nicht wenige Aggressionen. Aber dann habe ich dem Buch gelesen, das Du mir geschenkt hast und seitdem bin ich völlig Zen!“

Ich fragte sie, was sie da Wundersames gelesen hatte und sie sagte: „Nun, ich habe einfach den Anfang gelesen, wo steht, dass die Kinder von Natur aus nichts Böses wollen, sondern einfach Bedürfnisse haben. Dann dachte ich: Ja, stimmt eigentlich, im Grunde sehe ich das genauso. Und seither macht es mir kaum noch was aus, wenn mein Sohn viel herumgetragen werden will. Es ist einfach ein wichtiges Bedürfnis von ihm, er macht es nicht, um mich zu ärgern.“

Ich war ehrlich baff! Was Geschriebenes bewirken kann! Und wie normal eben doch die andere Seite ist, dass wir alle immerzu davon ausgehen, dass die Wünsche unserer Kinder illegitim und nur dazu da sind, Grenzen auszutesten. Weswegen man diese Wünsche permanent unterdrücken muss.

Danke Gonzales! Es lohnt sich doch manchmal, ein Buch zu verschenken.

5 Gedanken zu „Bücher verschenken lohnt sich doch!

  1. Da mich das Buch „Geborgene Babys“ von Julia Dibbern, in meiner Weltanschauung bezüglich Kindern komplett umgekrempelt hat, habe ich es meinen schwangeren Kollegen, meiner Schwiegermutter, meiner Mutter zum Lesen gegeben. Immer in der Hoffnung, dass der Funke, welcher von diesem Buch auf mich übergesprungen ist, auch auf sie überspringt und sie 1. uns besser verstehen und 2. sie vielleicht ihre eigene „Weltanschauung“ hinterfragen.

    Die einzige Antwort, welche ich von allen bekommen habe war: Ich habe ein bisschen quer gelesen. ;-(

    Man kann halt nicht alles haben im Leben, aber ich hab es wenigstens versucht. 😉

    lg Michi aus DD

    1. Hallo Michi

      verstehe ich, das ist ein bischen frustrierend. Vielleicht waren sie noch nicht an dem Punkt? Vielleicht hatten sie andere Dinge im Kopf? Vielleicht war das Buch nicht überzeugend genug? Ich glaube, dass man die Leute wirklich da abholen muss, wo sie stehn und versuche mir das immer wieder klarzumachen, auch wenns oft schwerfällt.

      Liebe Grüsse
      bettina

  2. Manchmal klappt es andersherum: Hab es Julia erzählt, dass das Buch Dich so begeistert hat und sie hat sich sehr gefreut :))). Und ansonsten gehe ich konform mit Bettina – man muss sehen, was gerade passt. Ich hoffe, das Buch, an dem ich gerade arbeite, passt in solchen Momenten gaaaanz häufig 🙂

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