Bericht von Kati – Windelfrei mit Kleinkind, 14 Mon.

Hier Katis Bericht von den ersten Wochen – zum Mut machen, Mut haben und Bewundern! Sie und ihre Tochter haben mit Windelfrei gerade erst angefangen und die Kleine ist bereits 14 Monate alt. In diesem Alter geben die Kinder keine Zeichen mehr bzw. müssen sich erst wieder bewusst werden. Der Anfang war also schwieriger als bei Babies, aber jetzt kommen die ersten Erfolgserlebnisse.

„Meine Tochter ist jetzt 14 Monate, und wir praktizieren seit ca. 4 – 6 Wochen (anfangs eher unregelmäßig, die letzten 3/4 Wochen verstärkt) windelfrei.

Meine Motivation: Ich bin traurig, dass wir so spät angefangen haben. Ich hatte vorher noch nichts von Windelfrei gehört. Aber ich versuche es jetzt trotzdem noch und glaube daran, dass wir wieder eine Kommunikation etablieren können, denn ich will …..

Wir haben so begonnen: Sie läuft an warmen Tagen ohne Windel im Garten herum, und ich beobachte sie dabei. Sie pieschert bisher immer im Stehen – wenn ich es mitbekomme, gehe ich hin, mache den Schlüsselsound und halte sie kurz ab. Ich hoffe, dass sie auf diese Weise versteht, worum es geht. Es ist immer häufiger so, dass ich kurz vorher weiß, dass sie jetzt mal muss. Ich halte sie dann ab und sage ihr, dass sie nun pullern kann, aber es rührt sich nichts. Kaum steht sie wieder, geht es los. Sie mag das Abhalten nicht besonders, und ich habe das Gefühl, dass sie auch lieber für sich sein möchte, wenn sie pieschert oder ein Geschäft erledigt. Sie ist so frei in allem, kann sich jeden Tag bewegen, wie sie es möchte, läuft ihre kleinen Kilometer, erobert sich allein ihre (Um-)Welt. Doch plötzlich komme ich und will sie bei etwas begleiten, sogar so (körperlich) nah und in ihren Ablauf eingreifend. Das ist für sie sehr ungewohnt und erscheint ihr irgendwie ulkig. Dennoch habe ich das Gefühl, dass sie bereits weiß, was „pullern“ bedeutet und dass dabei etwas aus ihr rauskommt. Oft guckt sie schon kurz vorher nach unten und pieschert dann los. Bei den größeren Geschäften ist ihr bislang noch nicht ganz klar, dass das auch aus ihr herauskommt, obwohl sie sich dann immer in eine ruhige Ecke zurückzieht und beim Drücken für sich sein will.

Im Moment versuche ich einfach, sie möglichst oft ohne Windeln rumlaufen und wuseln zu lassen, um zu erreichen, dass sie (wieder) ein Bewusstsein für ihre Ausscheidungen bekommt. Es ist mühsam, und manchmal bin ich traurig, weil sich nur so langsam Fortschritte zeigen, aber jede Windel, die ich nicht um ihren Po wickeln muss, fühlt sich gut an, denn sie muss nicht mit ihren Ausscheidungen am Körper rumlaufen. Das ist mir Motivation genug.

Nach einer Weile habe ich auch feststellen müssen, dass ich insgesamt einfach mutiger sein muss. Was passiert schon, wenn sie auf den Teppich pullert oder ein Häufchen auf dem Laminat im Flur landet?! Immer öfter lasse ich sie jetzt ohne Windeln, und inzwischen gibt es auch einige Fortschritte, über die ich mich richtig euphorisch freuen kann: Sie hat schon vier Mal ohne Windel Mittagsschlaf gemacht! Wenn sie aufwacht, habe ich sogar ein paar Minuten Zeit, sie erwachen zu lassen, auszuziehen und pieschern zu lassen.
Letztens habe ich mit ihr – windellos – im Ergo Rasen gemäht, und sie hat erst gemacht, als ich sie wieder herausgenommen und auf selbigen gestellt habe. Ich war so stolz!!
In dieser Woche war sie zwei komplette Tage – also wirklich vom Aufwachen am Morgen bis zum Einschlafen am Abend – ohne Windel unterwegs, sozusagen ein Windelfrei-Urlaub all inclusive: draußen im Garten, drinnen im Haus, beim Essen im Hochstuhl, beim Mittagsschlaf im Bett, beim Fahrradfahren im Sitz, bei Oma & Opa im Garten, beim Einkaufen im Supermarkt. Die letzten zwei Tage war es organisatorisch einfach, denn einen Tag verbrachten wir an einem See, den anderen am Ostseestrand.

Wir nutzen kein Töpfchen, sie macht in den Garten, ins Klo, in die Badewanne (Dort kann sie stehen.) oder eben auf den Fußboden.

Zur Nacht: Sie schläft nachts sehr unruhig, wacht noch alle zwei bis drei Stunden auf. Daher denke ich derzeit, dass nächtliches windelfrei für uns nicht geeignet ist. Dann wären die Nächte noch unruhiger, und ich bin froh, wenn sie einfach nur trinken will und nicht auch noch durchs Abhalten – das sie ja nicht mag – ganz aufwacht.

Ausblick: Ich mache mir Gedanken, ob wir wirklich vorankommen in unserem Bestreben, möglichst viel Zeit ohne Windeln auszukommen. Wird es weiterhin Fortschritte geben? Wie stelle ich das Ganze praktisch an, wenn es wieder kälter wird und meine Tochter mehr anhaben muss? Werde ich auch für nachts einen Weg finden? Fragen über Fragen, und niemand kann mir eine Antwort geben. Aber ich versuche, am Ball zu bleiben und mich an den winzigen Fortschritten vorwärts zu ziehen – für mein Kind.“

to be continued 🙂

2 Gedanken zu „Bericht von Kati – Windelfrei mit Kleinkind, 14 Mon.

  1. Und wieder ein Tag mehr ohne eine einzige Windel! 🙂 🙂 🙂
    Aufwachen, Frühstücken, Vormittag im Haus und im Garten, Mittagsschlaf, Essen, Nachmittag im Garten, kurzer Fahrradtrip zu Oma & Opa, Essen, Fahrt nach Hause – all das ohne Windel! Wunderbar. Die Quote von heute: 3x Pipi ins Klo, 2x in die Badewanne, der Rest ging in den Garten. Auch wunderbar.

    Wie Nica schon sagte: to be continued. 🙂

  2. Mein Sohn ist gerade heute 16 Monate alt geworden und ich hab mich vor ca. 4 Wochen verstärkt mit dem Thema „windelfrei“ beschäftigt. Ich hab dazu das Buch „es geht auch ohne Windel“ gelesen und finde das Programm einfach toll! Bisher hab ich eine Kombi aus Stoffwindeln und Wegwerfwindel gehabt. Mein Sohn war schon immer gern nackig und fand Wickeln meistens blöd. Zudem hat er eine empfindliche Haut, so dass er dazu neigt schnell mal wund zu sein. Ich ärgere mich auch nicht schon vorher davon gehört bzw. Mehr gelesen habe. Ich hab damit angefangen, meinen Sohn einfach ein paar Tage ohne Windel rumlaufen zu lassen und zu beobachten, wann er mal muss und welche Zeichen er mir gibt. Für ein gewickeltes Kind fand ich ihn sehr eindeutig, so das ich schnell wusste, wann er mal muss. Das abhalten und ein töpfchen fand er sehr merkwürdig, so das wir schnell dazu übergingen, das er im stehen pischert auf ein Handtuch, was ich in mehreren Räumen auf den Boden gelegt hab. Immer wenn er gepischert hat, benutze ich ein Schlüsselwort und ich behaupte mal, das er aufs Handtuch pischern soll. Ein Paar mal hat es schon geklappt 🙂 beim Mittagsschlaf ist er immer windelfrei und er hat noch nicht einmal im Schlaf gepischert.
    Insgesamt klappt es mal besser, mal schlechter. Ich muss dazu sagen, das ich wirklich schon viele Pfützen wegwischen musste. Wenn ich „weiß“ das er mal muss und ich ihn zu seinem Handtuch bringe, findet er es meistens doof, er mag dann keinen Körperkontakt. Wenn ich ihn bitte stehen zu bleiben, macht er es manchmal, aber oft genug läuft er auch weg und ein paar Sekunden später ist eine Pfütze auf dem Fußboden. Ich hoffe, wenn wir beide es immer wieder als Team versuchen klappt es besser. Bin auf jeden Fall froh um jede Windel die wir nicht benutzen. Ich vermute mal, das es etwas angenehmer ist, wenn es draußen wieder sommerlicher wird.

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